Die Schweiz bietet eine Vielzahl verschiedener Supermärkte, für jedes Budget und für jeden Geschmack

Wo man in der Schweiz am besten einkauft

Die Auswahl an verschiedenen Supermärkten in der Schweiz ist gross. An der Spitze befinden sich 4 verschiedene Anbieter, die alle eine etwas andere Ausrichtung haben und dadurch ein unterschiedliches Zielpublikum ansprechen. Dadurch ist für jede Geschmacksrichtung und für jedes Portemonnaie etwas dabei.

Migros

Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler ist eine Schweizer Legende, Quelle: www.migros.ch

Migros ist DIE Schweizer Institution. Gegründet 1925 von Gottlieb Duttweiler, war sie von Anfang an mehr als nur ein Supermarkt. Sie ist seit ihrer Gründung für ihre menschlichen Werte und ihr soziales Engagement bekannt: soziales Kapital, Genossenschaft, Migros-Kulturprozent, Bildung für alle, Verzicht auf den Verkauf von Alkohol und Tabak, Dienstleistungen zu vorteilhaften Konditionen: Das alles sind migros-typische Werte, die das Fundament des erfolgreichen Unternehmens bilden.

 

Heute ist die Migros mit 612 Filialen (Stand per 31.12.2017) landesweit das grösste Detailhandelsunternehmen der Schweiz. Dabei werden nicht nur Lebensmittelgeschäfte betrieben. Unter der Marke Migros vereinen sich heute Reisebüro, Sport- und Freizeitanlagen, Sportartikel sowie eine Bank. Ausserdem ist die Migros einer der beliebtesten und sozialsten Arbeitgeber des Landes.

 

Migros-Filiale, Quelle: www.horizont.net

Im Lebensmittelbereich ist die Migros bekannt für ihre Eigenmarken. Anders als alle anderen Supermärkte vertrieb sie lange Zeit keine Markenprodukte anderer Hersteller, sondern produzierte den grössten Teil des Sortiments selbst. Erst vor ein paar Jahren wurde die strikte Regelung gelockert, so dass man heute ein paar international bekannte Marken wie z.B. Kinder Schokolade, Nivea oder Coca-Cola findet.

 

Weiterhin kein Alkohol und Tabak

Weiterhin festhalten tut die Migros aber am Verkaufsverbot von Alkohol und Tabak. Wer für sein Abendessen also eine Flasche Wein kaufen möchte, wird in der Migros nicht fündig werden. Dafür überzeugt Migros mit einem äusserst attraktiven Preis-Leistungsverhältnis und einer Vielfalt an regionalen Produkten. Seit 10 Jahren existiert überdies die Billiglinie «M-Budget», die Migros als Antwort auf den Markteintritt des deutschen Discounters Aldi lancierte. Leute die regelmässig oder nur bei Migros einkaufen, nennen sich übrigens «Migros-Kind», was die starke Verankerung des Unternehmens in der Schweiz veranschaulicht.

Coop

Der Detailhändler Coop, ebenfalls mit einem Orangen Schriftzug wie die Migros, hat seinen Sitz in Basel und betreibt schweizweit 2300 Verkaufsstellen. Gleich wie bei Migros vereinen sich unter der Dachmarke Coop heute weitere Geschäftsbereiche wie ein eigenes Reisebüro oder die Coop Bank.

Setzt vor allem auf Markenartikel und weniger auf Eigenmarken: Coop-Filiale, Quelle: www.allegro-packets.com

Der grösste Unterschied zwischen Coop und Migros ist die grösse des Sortiments an Eigenmarken. Während Migros fast ausschliesslich Eigenmarken im Angebot hat, ist es bei Coop genau umgekehrt. Bei Coop findet man nationale und internationale Lebensmittelmarken aller führenden Hersteller. Das Sortiment an Eigenmarkenprodukten dagegen ist eher klein. Die unterschiedliche Sortimentsgestaltung gegenüber Migros erklärt auch den teils grossen Preisunterschied zwischen den beiden führenden Supermarktbetreibern. Ein Einkauf bei Coop resultiert um einiges teurer als beim Konkurrenten Migros. Gleich wie Migros führte auch Coop vor 10 Jahren eine Billiglinie ein. Sie heisst «Prix Garantie» und bietet eine Vielzahl verschiedener Produkte des täglichen Bedarfs.

Denner

Denner ist der drittgrösste Detailhändler in der Schweiz und betreibt rund 810 Filialen im ganzen Land. 1860 gegründet, befindet es sich seit 2009 zu 100% im Besitz der Migros.

 Sagt der Hochpreisinsel Schweiz mit Parallelimporten den Kampf an: Denner-Filiale, Quelle: www.denner.ch

Denner ist ein sogenannter Discounter. Ungefähr dreiviertel des Sortiments sind Markenartikel, die restlichen Artikel werden unter der Eigenmarke «Denner» angeboten. Mit Parallelimporten sagt Denner der Hochpreisinsel Schweiz den Kampf an und versucht so tiefe Verkaufspreise in der Schweiz durchzusetzen.


Wochenaktionen von Denner, Quelle: www.denner.ch

Bekannt ist der Discounter vor allem für seine äusserst attraktiven Wochenaktionen, in denen Markenartikel zu unschlagbar günstigen Preisen angeboten werden. Ebenfalls überzeugen tut Denner durch sein breites Weinsortiment mit über 250 verschiedenen Weinen. Die Einrichtung der Filialen ist nicht so prätentiös wie bei Coop oder Migros, aber der Besucher nimmt das aufgrund der tiefen Preise gerne in Kauf.

Aldi

Im Jahre 2005 wurde die Detailhandelsbranche in der Schweiz kräftig durchgeschüttelt. Im Oktober nämlich eröffnete der deutsche Discounter Aldi seine ersten 4 Filialen in der Schweiz. Vor allem für Coop und Migros, die preislich zu den teureren Anbietern zählen, war Aldi eine ernstzunehmende Konkurrenz, und die führenden Anbieter waren berechtigterweise nervös über den Markteintritt. Heute zeigt sich, dass Aldi den Platzhirschen Coop und Migros weniger wehgetan hat als von diesen befürchtet. Die drei Discounter sind heute normale Konkurrenten.

Billiganbieter Aldi hat die Schweiz ganz schön aufgerüttelt und ist heute fest etabliert, Aldi-Filiale, Quelle: www.aldi-suisse.ch

Der Billiganbieter versucht gute Qualität mit günstigen Preisen zu kombinieren, was ihm offensichtlich gelingt. In vielen Qualitätstests schneiden die Produkte von Aldi entweder als Testsieger oder mit dem Prädikat «sehr gut» ab. Ähnlich wie bei der Migros ist der Anteil von Markenartikeln sehr tief. Aldi setzt auf seine Eigenmarken.

Heute betreibt Aldi etwas weniger als 300 Filialen, die vor allem in der Nähe von grösseren Ortschaften oder Städten zu finden sind. Im Gegensatz zu Migros, Coop und Denner sucht man Aldi vergebens im Stadtzentrum. Wer also bei Aldi einkaufen will, der muss dies meist mit dem Auto tun, um in die Peripherie zu gelangen.

Änderung des Einkaufverhaltens

Früher konnten die Kunden der vier verschiedenen Anbieter ziemlich gut voneinander unterschieden werden. Wer Markenartikel bevorzugte und finanziell eher gut gestellt war, der kaufte bei Coop ein. Migros war der Supermarkt für die klassische Mittelschicht. Und bei Denner und Aldi kauften vor allem jene ein, die auf den Preis achten mussten.

Oft entscheiden Standort und Ladenöffnungszeit darüber, wo der Schweizer einkaufen geht.

Standort und Ladenöffnungszeit wichtiger Faktor

Das ist heute nicht mehr zwingend der Fall. Oftmals entscheidet die Ladenöffnungszeit über die Wahl des Supermarkts, genauso wie die gute Erreichbarkeit. Wer also in der Stadt wohnt, der kauft eher selten bei Aldi ein, weil dieser schlicht keine Filialen in den Städten betreibt. Wer Zigaretten und Alkohol braucht, dem bleibt nach wie vor nichts anderes übrig, als diese bei Coop, Denner oder Aldi zu tun, auch wenn er sonst ein treuer Migroskunde ist.

Abschliessend lässt sich also sagen, dass die vier führenden Anbieter alle Bedürfnisse der Konsumenten abdecken. Wer schlussendlich wo einkaufen geht, ist oftmals reine Geschmacks- oder Gewohnheitssache.

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Wo man in der Schweiz am besten einkauft

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