Das erste was einem zum Thema multikulturelle Schweiz in den Sinn kommt, ist die Mehrsprachigkeit. Mit vier offiziellen Landessprachen, die seit 1938 ein helvetisches Glaubensbekenntnis sind, qualifiziert die Schweiz problemlos für das Prädikat «multikulturell». Doch wodurch zeichnet sich die kulturelle Vielfältigkeit sonst noch aus?

In der Schweiz leben aktuell 2.2 Mio Ausländer
In der Schweiz leben aktuell 2.2 Mio Ausländer

Die Schweizer war schon immer ein Einwanderungsland

Die Schweiz war schon immer ein Land mit hoher Einwanderung. Als Ende des 19. Jahrhunderts der Bau und die Verdichtung des Eisenbahn-Netzwerks zu einer ersten Einwanderungswelle führten, zogen hauptsächlich Menschen aus den Nachbarländern Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich in die Schweiz.

Die zweite grosse Welle fand während des der Nachkriegszeit statt, als der Wirtschaftsboom zu einer massiven Nachfrage von Arbeitskräften führte. 

Nach einer Stagnierung in den 1970er- und 80er-Jahren hat die Einwanderung in den letzten 30 Jahren wieder zugenommen.

Die jüngste Zuwanderung

Insgesamt lebten 2017 2.126 Millionen Ausländer in der Schweiz. Kamen die Einwanderer in den letzten 100 Jahren vor allem aus den europäischen Nachbarländern, so hat sich der Radius mittlerweile erhöht. Die Mehrheit der ständig in der Schweiz wohnhaften Ausländerinnen und Ausländer stammt aber nach wie vor aus Europa, hauptsächlich aus EU-/EFTA-Staaten.

 

2015

2016

2017

Total

2048.7

2101.1

2 126.4

EU28/EFTA-Staaten

1361.6

1387.0

1 401.1

   Deutschland

300.7

303.5

304.6

   Frankreich

123.0

127.0

131.1

   Italien

311.7

316.5

317.3

   Österreich

41.1

41.9

42.5

   Portugal

267.5

268.7

266.6

   Spanien

82.3

83.3

83.3

Übriges Europa

371.6

372.0

371.1

   Serbien

71.3

68.8

66.9

   Montenegro

2.5

2.6

2.6

   Türkei

69.2

68.7

68.2

Afrika

93.8

103.0

107.5

Amerika

78.8

78.8

79.8

Asien

136.8

154.0

160.5

Ozeanien

4.2

4.2

4.2

Staatenlos, unbekannt

1.8

2.2

2.3

Quelle: Bundesamt für Statistik https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/migration-integration/auslaendische-bevoelkerung.html

Die multikulturelle Schweizer Fussballnationalmannschaft

Anhand der Schweizer Fussballnationalmannschaft zeigt sich deutlich, wie sehr die Schweizer Gesellschaft von Migranten geprägt ist. Die Mannschaft der letzten Weltmeisterschaft in Brasilien (2018) bestand zu 63% aus Spielern mit einem Migrationshintergrund. Nur gerade 37% der Spieler haben Schweizer Eltern. Mit 17% machen die Albaner den grössten Teil unter den Spielern aus, die im Ausland geboren wurden.

Die Schweizer Jugend

Und wie schaut es mit der Schweizer Jugend aus? Wie offen, tolerant und multikulturell ist die Zukunft der Schweiz? Gemäss einer Studie des Bundes von 2015 liefert interessante Antworten auf diese Fragen.  

Schweizer Jugendliche reisen schon früh, was hilft, gegenüber anderen Kulturen offen zu sein
Schweizer Jugendliche reisen schon früh, was hilft, gegenüber anderen Kulturen offen zu sein

Die Jugendlichen kommen schon früh in Kontakt mit ausländischen Kulturen, da sie bereits als Kinder dank ihrer Eltern viel reisen. Ab dem 12. Lebensjahr haben mehr als ein Drittel sechs oder mehr Länder besucht. Grundsätzlich stehen die Jugendlichen den Migranten durchwegs positiv gegenüber. Wichtig für sie ist aber, dass die Migranten gewillt sind, sich zu integrieren. Im Gegenzug respektieren die Jugendlichen aber auch die kulturellen und religiösen Eigenheiten der Einwanderer.

Wie heimisch fühlen sich Ausländer in der Schweiz?

Grundsätzlich bereuen Migranten den Zuzug in die Schweiz nicht. Es gibt aber auch ein paar Faktoren, die die Zuwanderer unterschätzt haben oder als besonders schwierig bezüglich der Assimiliation empfinden. Stolperstein Nummer eins ist die Sprache. Vor allem das Schweizerdeutsch bereitet vielen Kopfzerbrechen. Weiteres Problem ist das Heimweh und die Einsamkeit. Das Gefühl des Alleinseins ist für viele ein sehr grosses Thema. Das liegt vor allem daran, dass Ausländer die Schweizer als sehr reserviert und distanziert wahrnehmen. 

Schweizer wünschen sich von Ausländern Assimilation

Grundsätzlich sind Schweizer fremden Kulturen und Völkern gegenüber positiv eingestellt. Auch wenn in unserem Land das politische Klima leider immer mehr nach rechts rückt. Sowohl das Schweizer Volk als auch die hiesige Politik wünscht  sich von Ausländern, dass sie sich integrieren und Teil der Gesellschaft werden. Assimilation ist also gefordert. Das will heissen, dass Zuwanderer die Sprache lernen sollen, sich an die gängigen Umgangsformen anpassen und die Regeln und Gesetze respektieren. 

Assimilation bedeutet aber nicht, dass Ausländer die in der Schweiz wohnt, alle ihre Wurzeln verneinen und sich der Mehrheit gänzlich anpassen soll. Das würde ja zu einer monokulturellen Gesellschaft führen. Vielmehr sollen andere Nationen und Ethnien ihre Kultur und Tradition ungehindert leben dürfen, solange der Respekt gegenüber dem Einwanderungsland gegeben ist.

Das Feiern der verschiedenen Kulturen

Vor allem im Sommer werden in der Schweiz die verschiedenen Kulturen anlässlich diverser Festivals gefeiert. Hier eine Auswahl:

Optimale Integration danke Schweizerdeutsch

Um sich in der Schweiz heimisch zu fühlen, hilft es enorm, Schweizerdeutsch zu sprechen oder wenigstens zu verstehen. Melde dich darum noch heute für unseren Online-Kurs an, um allfällige Sprachbarrieren zu reduzieren und richtig in unserem Land anzukommen.

 

 

 

Wie multikulturell ist die Schweiz wirklich?

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