Würde man 100 deutsche Zuwanderer zu diesem Thema befragen, dann würde man wahrscheinlich 50 verschiedene Meinungen hören. Schließlich hängt es von sehr vielen Faktoren ab, wie die Integration in die Schweiz gelingt.

Integration im Schweizer Arbeitsumfeld
Integration im Schweizer Arbeitsumfeld

 

Wie alt sind die Befragten? Wo in der Schweiz leben sie und in welchem Beruf arbeiten sie? Hat die Liebe oder der Job sie hergeführt? Sind sie gekommen, um für immer zu bleiben oder wollen sie sobald als möglich wieder zurück in die alte Heimat.

Wieso zieht man in die Schweiz?

Generell kann man sagen, dass es verhältnismäßig viele Deutsche in die Schweiz zieht und das ist kein Wunder. Die Landschaft ist traumhaft, die Lebensqualität hoch, der Arbeitsmarkt bietet viele Möglichkeiten, die Sprachbarriere ist niedrig, die Kultur ähnlich und außerdem ist die alte Heimat nicht all zu weit entfernt. Alle diese Gründe sprechen für ein Auswandern in die Schweiz.

 

 

Die Hürden

Dass die deutschen Zuzügler nun aber von allen Schweizern mit offenen Armen empfangen würden, kann man auch nicht sagen. Auch dafür gibt es nachvollziehbare Gründe. Zum einen betrachten manche Einheimische die Zuwanderer (woher auch immer) als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und Wohnungsmarkt und zum anderen fürchten sie, die Fremden würden sich nicht ausreichend in die traditionellen Riten und Bräuche einfügen, das Land überfremden. In dieser Hinsicht benehmen sich die Schweizer nicht viel anders als andere Nationen. Trotzdem gilt zwischen den Schweizern und den deutschen Neubürgern grundsätzlich: Wer offen und ehrlich interessiert auf die Einheimischen zugeht, der wird eine neue Heimat und auch neue Freunde finden, sogar im konservativsten Ort der ganzen Schweiz.

Regionale Unterschiede

Am längsten dauert es für Zuwanderer sicher in kleinen Ortschaften, sich wirklich zu integrieren und in die Dorfgemeinschaft aufgenommen zu werden. In größeren Städten ist es leichter. Da leben ohnehin Menschen verschiedener Herkunft nebeneinander. In Zürich zum Beispiel leben schon heute mehr als 20 Prozent Ausländer, davon rund 10 Prozent Deutsche. Ähnlich ist es in der Grenzregion um Basel, in der Zentralschweiz rund um die Hauptstadt Bern oder der Stadt Zug. Etwas komplizierter ist es für deutsche Einwanderer in den Städten der Westschweiz, zum Beispiel in Genf oder Lausanne und in der italienischen Schweiz zum Beispiel in Lugano. Hier kommt die Sprachbarriere hinzu, die erst einmal überwunden werden muss.

Die Integration im ländlichen Dort erfordert mehr Aufwand
Die Integration im ländlichen Dort erfordert mehr Aufwand

Wie gehe ich am Besten vor?

Was können deutscher Einwanderer tun, um von den Schweizern möglichst schnell und gut aufgenommen zu werden? Zu allererst sollten sie einen Fehler vermeiden, der vielen Deutschen im Blut zu liegen scheint – die neue Heimat ständig mit Deutschland zu vergleichen und andere als die bisher gewohnten Abläufe und Herangehensweisen zu kritisieren.

In Deutschland ist nicht immer alles besser, als anderswo. Auch die Schweiz ist ein bemerkenswert erfolgreiches Land, sowohl wirtschaftlich als auch politisch und ihre Bürger sind zu recht stolz auf ihre Errungenschaften. Außerdem sollten Zuwanderer aus Deutschland sich auch bemühen, etwas geschmeidiger und verbindlicher zu werden, als sie es von Zuhause gewöhnt sind. Die Schweizer sind überwiegend sehr freundlich und haben gute Umgangsformen.
Gleichzeitig sind sie aber auch Fremden gegenüber zurückhaltend und manchmal etwas distanziert. Mit etwas Smalltalk und gleichzeitig gutem Benehmen kommt man hier besser zum Ziel als auf die harte und direkte oder kumpelhafte Art. Verabredungen sollten unbedingt eingehalten werden, auch im Geschäftsleben. Der Handschlag als Vertragsabschluss gilt viel mehr als in Deutschland.

Schweizerdeutsch als Grundlage zum Erfolg

Und noch etwas sollten Zuwanderer aus Deutschland beherzigen. Sie sollten von Anfang an versuchen, das Schweizerdeutsch zu verstehen und nicht von ihren schweizerischen Gesprächspartnern erwarten, dass sie grundsätzlich hochdeutsch mit ihnen sprechen. So lernt man die Sprache am besten zu verstehen und das erleichtert das Alltagsleben ganz erheblich. Schließlich kann man ja auch nachfragen, wenn einem Begriffe völlig unverständlich sind.

Leben in der Schweiz als deutscher Zuwanderer
Leben in der Schweiz als deutscher Zuwanderer

Ob man als „Zugereister“ aber schneller oder langsamer oder auch nie richtig Schweizerdeutsch lernt, ist eine Frage der Umstände aber auch der persönlichen Sprachbegabung und eigentlich auch nicht so sehr wichtig. Ein geborener Schweizer wird den Unterschied fast immer heraus hören. Aber das ist ja auch nicht anders, wenn zum Beispiel ein Bayer an die Nordsee oder ein Schwabe nach Sachsen zieht.

 

 

Wie ist es in der Schweiz als (Deutscher) Zuwanderer zu leben?

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