Die Schweiz braucht Zuwanderer für ihre starke Wirtschaft. Jahr für Jahr wandern Tausende in unser kleines Land ein. Damit sich sowohl Einheimische als auch Ausländer in der Schweiz wohl fühlen, müssen beide Seiten zu einer erfolgreichen Integration beitragen.

Bund und Kantone bieten vielfältige Integrationsprogramme für Zugewanderte
Bund und Kantone bieten vielfältige Integrationsprogramme für Zugewanderte

Staatliche Unterstützung

Deshalb ist es wichtig, dass der Schweizer Staat die Integration gezielt fördert. Bund, Kantone, Städte und Gemeinden tun dies mit speziellen Angeboten für Ausländer. Beispielsweise mit umfassenden Erstinformationen für frisch Zugezogene, mit Sprachkursen oder mit gezielten Integrationskursen.

Es gibt auch sogenannte Staatliche Integrationsfachstellen die beraten und unterstützen. Nebst den Behörden sorgen aber auch die Schulen oder Arbeitgeber für gute Rahmenbedingungen, um eine erfolgreiche Integration zu fördern.

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

Im Gegenzug wünscht sich die Schweizer Gesellschaft von den Zugezogenen, dass sie sich aktiv um ihre Integration bemühen. Wichtigstes Thema dabei ist das Beherrschen einer der Landessprachen. Für Schweizer ist es enorm wichtig, dass sich Ausländerinnen und Ausländer in der lokalen Sprache verständigen können. Denn ist die Sprachbarriere erstmals überwunden, wird es für Zugezogene massiv einfacher, sich auch sozial zu integrieren und Bestandteil der Gesellschaft zu werden.

Schweizer Geschichte und Topografie erklären Vieles

Vieles an der Schweizer Mentalität ist für Ausländer auf den ersten Blick verwirrend. Die Zurückhaltung, das Qualitätsdenken und die Genauigkeit, die sie sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben antreffen, ist für viele neu. Es braucht ein aktives Bemühen, um die Schweizer Kultur zu verstehen. Da hilft es, sich als erstes mit der Schweizer Geschichte vertraut zu machen. Wichtige historischen Ereignisse die Eidgenossen wie der Rütlischwur, der Wiener Kongress und die Gründung des Bundes prägen die Gesellschaft bis heute. Das Kennen und verstehen der Geschichte fördert das Verständnis für die kulturellen Unterschiede.

Die Alpen machen 60% der Gesamtfläche der Schweiz aus
Die Alpen machen 60% der Gesamtfläche der Schweiz aus

Nebst der Geschichte werden wir Schweizer aber auch von der Topografie unseres kleinen Landes geprägt. Als Alpenland machen die Berge zwei Drittels der gesamten Fläche aus. Das führt zu einer hohen Konzentration an Menschen in den bewohnbaren Gebieten. Der sogenannte Dichtestress ist ein grosses Thema in der Schweiz. Vielen ist es zu eng, viele wünschen sich mehr Platz. Dass Schweizer so eng aufeinander wohnen, ist eine Erklärung dafür, warum wir ab und zu gerne auf Abstand gehen.

Die Schweizer und die Kommunikation

Der Konjunktiv ist des Schweizers liebste Ausdrucksform. Er wiederspiegelt unsere Zurückhaltung und Diskretion. Befehlsformen, wie es beispielsweise die Deutschen oft benützen, mögen wir hingegen weniger. Unsere subtile Art zu kommunizieren ist aber auch Ausdruck unserer Scheue. Schweizer haben grundsätzlich Mühe, auf andere zuzugehen und direkt zu kommunizieren. Wir warten gerne, bis das Gegenüber den ersten Schritt macht und sind dankbar, wenn jemand auf uns zukommt. Wenn du also Ausländern bist, dann breche das Eis und sprich uns an.

Freundschaften schliessen mit Schweizern

Viele Zugewanderte fragen sich, wie sich Schweizer knacken lassen und wie man Freundschaften schliesst. Eine gute Metapher, um uns Schweizer zu beschreiben, ist der Frucht-Vergleich der amerikanischen Autorin Margaret Oertig- Davidson: Schweizer sind Kokosnüsse, Amerikaner sind Pfirsiche. Hat man die Schweizer einmal geknackt, gibt es viel Fruchtfleisch. Bei den Amerikanern sei es leichter Kontakte zu finden, aber der Kern ist sehr klein.

It's easier to make Swiss friends when speaking a little Swiss German
Schweizer zu knacken ist hart, aber lohnenswert

Freundschaften werden in anderen Ländern gewiss schneller und einfacher geschlossen. Doch hat man einen Schweizer Freund oder eine Schweizer Freundin, so ist einem diese Freundschaft auf Jahre sicher. Wir öffnen uns nicht leicht und beobachten potentielle neue Freunde erstmals skeptisch. Doch wenn wir jemanden in unseren engeren Kreis lassen, dann sind wir loyal, extrem hilfsbereit und jederzeit für andere da. Für Ausländer allerdings bedeutet das, dass man Durchhaltewille und Geduld braucht und ständig dran bleiben muss.

Ein guter Weg, um neue Freunde zu finden, ist eine Mitgliedschaft in einem Verein. Die regelmässigen Treffen helfen vor allem den Schweizern, ihre Scheu gegenüber Personen die sie nicht kennen, abzulegen. Aber auch die Feste und Veranstaltungen in der Wohngemeinde eignen sich gut, um Kontakte zu knüpfen.

Nichts geht über den Apéro

Der Apéro ist eine wahre Institution in der Schweiz. Er wird sowohl im Büro als auch im privaten Kreis rege gepflegt. Eine gute Art, um deine Nachbarn kennenzulernen, ist sie zu einem Apéro bei dir zuhause einzuladen. Vor allem, wenn du gerade frisch eingezogen bist.

Auch im Büro werden abends oft noch Apéros veranstaltet. Das ist eine gute Möglichkeit, um mit deinen Arbeitskollegen auch mal über Privates zu reden. Denn während der Arbeitszeit ist der Schweizer in der Regel sehr konzentriert und wendet wenig Zeit dafür auf, über anderes als den Job zu reden. Während einem Apéro bieten ausserdem auch viele Vorgesetzte ihren Mitarbeitern das Du an, was auf Schweizerdeutsch «Duzis mache» heisst. Viele Freundschaften, und auch Beziehungen, finden in der Schweiz ihren Anfang im Büro. Verpasse darum diese Chance nicht!

Integration dank den Kindern

Wenn man mit Kindern spricht, kommen besonders viele Diminutive zum Einsatz
Dank Kindern kommt man schnell in Kontakt mit anderen Eltern

Die öffentlichen Schulen in der Schweiz sind hervorragend. Anders als im angelsächsischen Raum haben Privatschulen bei uns keine Tradition. Wer also mit Kindern in die Schweiz zieht, sollte diese unbedingt in die öffentliche Schule schicken. Dies fördert die Integration der ganzen Familie, vor allem aber der Kinder. Sie finden rasch Anschluss, schliessen Freundschaften und lernen Schweizerdeutsch. Für Eltern bieten die vielen Schulaktivitäten oder Elternabende gute Möglichkeiten, um mit anderen Eltern in Kontakt zu kommen. Ein gemeinsames Thema, die Kinder, hat man ja bereits.

Schweizerdeutsch und seine typischen Ausdrücke

Im neuen Ausländergesetz, dass per 1. Januar 2019 in Kraft trat, heisst es ausdrücklich, dass Ausländer zwecks Integration eine der Landessprachen lernen sollen. Selbst wenn es nicht im Gesetz stehen würde, empfehlen wir, möglichst rasch Schweizerdeutsch zu lernen. Das fördert das Verständnis für die hiesigen Gepflogenheiten. Unser Online-Kurs ist der beste Weg, um in kurzer Zeit eine gute Basis zu erlernen.

Um dir schon einmal einen Vorgeschmack zu geben, haben wir ein paar typische schweizerdeutsche Begriffe für dich:

Schweizerdeutsch Hochdeutsch
Finkä Hausschuhe
pfuuse schlafen
Gnusch Durcheinander
Gutzeli Plätzchen
schnäddere schwatzen
go poschte Einkaufen gehen
Vercheltig Erkältung
Geltä Wanne
Wie integriert man sich in der Schweiz als Ausländer?

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