Wer in die Schweiz zieht und hier arbeitet, der benötigt ein Bankkonto. Da die Schweiz unbestritten das Land der Banken ist, ist die Auswahl an Instituten gross. Doch seit die Bankenbranche vom Phänomen des Negativzinses heimgesucht wurde, müssen heute vor allem die Kosten der verschiedenen Banken verglichen werden.

Die Schweizer Bankenlandschaft ist sehr vielfältig
Die Schweizer Bankenlandschaft ist sehr vielfältig

So vielfältig ist die Bankenwelt in der Schweiz

Kantonalbanken

Die Kantonalbank vereinigt 24 Institute. Quelle: www.kantonalbank.ch
Die Kantonalbank vereinigt 24 Institute. Quelle: www.kantonalbank.ch

Die 24 Kantonalbanken sind alle unabhängig voneinander, so dass es sich rechtlich gesehen um eigenständige Banken handelt, die ohne gemeinsamen Zweck agieren. Sie fokussieren in erster Linie auf das Privatkundengeschäft im jeweiligen Kanton. Der grosse Vorteil der Kantonalbanken ist die Staatsgarantie. Von den 24 Schweizer Kantonalbanken verfügen 21 Institute über eine unbeschränkte Staatsgarantie. Das heisst, dass der jeweilige Kanton im Insolvenzfall für die Verbindlichkeiten seiner Bank haftet und sicherstellt, dass Gläubigern kein Verlust entsteht. Die Staatsgarantie erlaubt Kundinnen und Kunden eine sichere Geldanlage.

Der Nachteil der Kantonalbanken ist ihre kantonale Tätigkeit. Wenn du zum Beispiel bei der Zürcher Kantonalbank ein Konto eröffnest und in den Kanton Luzern ziehst, musst du die Kantonalbank wechseln. www.kantonalbank.ch

Grossbanken

Die beiden Großbanken UBS und Credit Suisse bilden das Fundament der Schweizer Bankenszene, da durch sie Leitzinsen oder andere wesentliche Werte festgesetzt werden. Ausserdem sind sie der Pfeiler der Schweizer Wirtschaft und eine der wichtigsten Arbeitgeber im Land.

UBS ist der weltweit grösste Vermögensverwalter und die zweite Grossbank in der Schweiz
UBS ist der weltweit grösste Vermögensverwalter und die zweite Grossbank in der Schweiz. Quelle:www.ubs.com

UBS

Die UBS ist weltweit der grösste Vermögensverwalter. In der Schweiz verfügt die Bank über 280 Niederlassungen. Die Bank betreut Privat- Unternehmens- und Investmentkunden und bietet sowohl Wealth- als auch Asset Management an.  www.ubs.com/ch/de

Credit Suisse

Credit Suisse ist eine der beiden Schweizer Grossbanken. Quelle: credit-suisse.com
Credit Suisse ist eine der beiden Schweizer Grossbanken. Quelle: credit-suisse.com

Eine „International tätige Bank mit Schweizer Wurzeln“, beliebt bei ausländischen Kunden und Expats. Die Credit Suisse ist eine der führenden Banken weltweit mit mehr als 45’000 Mitarbeitenden, Niederlassungen in 50 Ländern und Fachwissen in Bezug auf nahezu alle Aspekte des Banken-, Anlage- und Finanzgeschäfts. www.credit-suisse.com/ch 

Raiffeisenbanken

Unter der Dachorganisation Raiffeisen werden 246 Institute betrieben. www.raiffeisen.ch
Unter der Dachorganisation Raiffeisen werden 246 Institute betrieben. www.raiffeisen.ch

Die Raiffeisenbanken sind als Genossenschaft organisiert, aktuell sind es 246 Institute. Diese sind unter der Dachorganisation Raiffeisen Schweiz organisiert. Auch wenn die einzelnen Banken selbstständig sind, verfügen sie dennoch über eine gemeinsame Infrastruktur, was die IT und auch die Refinanzierung angeht. www.raiffeisen.ch

Regionalbanken

Insgesamt gibt es 63 verschiedene Regionalbanken, davon sind 36 im Verband der Schweizer Regionalbanken organisiert. Allerdings haben die Institute durch ihren Zusammenschluss dabei ihre Selbstständigkeit nicht aufgegeben. Der Verband organisiert lediglich gemeinsame Grundlagen, die jeweiligen Banken und Sparkassen handeln aber auf eigene Rechnung und unterstehen somit nicht einem zentralen Kontrollorgan, welches ihre Aktivitäten überwacht.

Postfinance

Die Schweizerische Post betreibt mit PostFinance ihre eigene Bank. Quelle: www.postfinance.ch
Die Schweizerische Post betreibt mit PostFinance ihre eigene Bank. Quelle: www.postfinance.ch

Die Postfinance ist eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post. Ihr Haupttätigkeitsgebiet liegt im nationalen und internationalen Zahlungsverkehr. Daneben bietet sie auch Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Sparen, Anlegen, Vorsorgen und Finanzieren an. Seit Ende Juni 2013 ist PostFinance im Besitz einer Banklizenz. Die ehemalige Staatsgarantie wurde 2017 durch den Bund aufgehoben. www.postfinance.ch

Die Voraussetzungen, um ein Konto zu eröffnen

Jede volljährige Person kann ein Bankkonto eröffnen. Eine Kontoeröffnung über das Internet ist aber nicht möglich. Du musst persönlich in der Filiale vorbei. Lass die Bank vorab wissen, welches deine Sprache ist, damit sie dir einen Berater zuweisen, der dich versteht.
Folgende Dokumente musst du zum Termin mit deinem Kundenberater mitnehmen:

  • Amtlicher Ausweis: Die Bank muss die Identität des Kunden überprüfen
  • Nachweis der Herkunft Ihres Vermögens: Aufgrund der Bekämpfung von Geldwäscherei ist jede Bank verpflichtet, die Herkunft der Gelder des Antragstellers abzuklären. Bei zweifelhafter Herkunft behält sich jede Bank das Recht vor, einen Kunden abzulehnen.
  • Nachweis des Aufenthaltsstatus – Visum, Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis
  • Wohnsitznachweis – aktuelle Nebenkostenabrechnung oder ein offizielles Schreiben

Vergleiche Gebühren

Die anhaltenden Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank hat zur Folge, dass die Zinsen für Privatkonten immer tiefer werden, respektive heute bei fast allen Banken bei 0% liegen. Darum ist es umso wichtiger, die Gebühren der einzelnen Banken und Konten zu vergleichen.

Die Plattform Verivox hat verschiedene Bankkonten verglichen und dabei folgende Annahmen getroffen: Berechnet wurden jährliche Gebühren und Zinsen für einen Kunden, der 10´000 Franken auf dem Privatkonto und 50´000 Franken auf dem Sparkonto hat. Er nutzt für seine Zahlungen E-Banking und hat eine Bankkarte (Debitkarte), mit der er Bargeld abheben und bargeldlos bezahlen kann. Berücksichtigt wurde das günstigste Angebot pro Bank.

Im besten Fall gibt es für Guthaben auf dem Sparkonto zwischen 0.01% und 0.1% Zinsen. Das macht bei einem Vermögen von 50´000 Franken gerade einmal 50 Franken Zins.  Noch schlechter sieht es bei den Grossbanken UBS und CS aus. Diese zahlen gerade einmal einen Fünfliber jährlich. Gar keinen Zins gibt es beim Online-Konto ZAK der Bank Cler, die gar kein separates Sparkonto anbietet.

Anbieter Produkt Gebühren / Jahr Zins / Jahr Saldo / Jahr
Migros Bank Privatkonto & Anlagesparkonto 0 40 40
Banque Cantonale Vaudoise Banking Pack Direct 0 12.50 12.50
Raiffeisen Mitglieder-Privatkonto /-Sparkonto 40 50 10
Neon (Hypothekarbank Lenzburg) nur Privatkonto (App) 0 0 0
ZAK (Bank Cler) Variante Cashless 0 0 0
Bank Cler (ehemals Bank Coop) Privatkonto & Sparkonto Plus 52 50 -2
Zürcher Kantonalbank Privatkonto & Sparkonto Plus 52 25 -27
St. Galler Kantonalbank Privatkonto & Sparkonto 40 12.50 -27.50
Postfinance Privatkonto Plus & E-Sparkonto 60 25 -35
Valiant Bank Trend Set 48 12.50 -35.50
UBS Privatkonto & Sparkonto 100 5 -95
Credit Suisse Privatkonto & Sparkonto 110 5 -105

Quelle: verifox.ch

Kosten werden auf Kunden abgewälzt

Die Negativzinsen der Nationalbank sind für die Schweizer Banken ein Problem. Mit Geld auf Privat- und Sparkonten verlieren sie täglich Geld. Diese Kosten werden durch steigende Gebühren auf die Kunden abgewälzt. Zuletzt geriet die Postfinance durch ihre Gebührenerhöhung in die Kritik. Nur noch die Migros Bank und die Waadtländer Kantonalbank erheben keine Gebühren für Privatkonten. Und auch dies einzig unter der Bedingung, dass mindestens 7´500 bzw. 10´000 Franken auf dem Konto liegen.

Online-Konten werden beliebter

Die Bank Cler bietet kostenloses Online-Konto an. Quelle: https://cler.ch
Die Bank Cler bietet kostenloses Online-Konto an. Quelle: https://cler.ch
Die Hypothekenbank Lenzburg bietet mit neon Online-Konten an. Quelle: www.neon-free.ch
Die Hypothekenbank Lenzburg bietet mit neon Online-Konten an. Quelle: www.neon-free.ch

Die Bank Cler (mit ZAK) und die Hypothekarbank Lenzburg (mit Neon) bieten reine Online-Konten an. Sie bieten 0% Zinsen, aber auch 0 Franken Gebühren. Ermöglicht werden die kostenlosen Gebühren durch ein Abspecken auf das Nötigste. Bankfilialen gibt es keine, die Eröffnung des Kontos geschieht über das Handy. Dadurch richten sich die beiden Banken vor allem an ein jüngeres Zielpublikum. Bargeldlos bezahlen kann man bei beiden Banken.

Teue­rung nicht vergessen

Ein Aspekt, er oft vergessen geht, ist die Teuerung. Wenn das Sparkonto keinen Ertrag mehr abwirft wegen den Nullzinsen, dann fällt die Teuerung (Inflation) umso stärker ins Gewicht.
Die Teuerung frisst jedes Jahr ein wenig von unserem Geld. 2018 lag die durchschnittliche Inflation bei 0.95%. Da die Teuerung höher ist als die Zinsen, verlieren wir an Kaufkraft. Das Geld auf dem Konto liegen zu lassen ist also auf jeden Fall ein Verlustgeschäft.

Welche Bank ist die beste?

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