Weltweit betrachtet ist die Schweiz ein eher noch unbekannteres Weinanbaugebiet in Mitteleuropa. Zwar liegen in der Schweiz die höchsten Weinberge des europäischen Kontinents, doch sind die Anbauflächen im Vergleich zu anderen weinproduzierenden Ländern erwartungsgemäß deutlich kleiner. Dem Weinbau, vor allem geschichtlich geprägt durch italienische und französische Einflüsse, mangelt es aber nicht „a dr nötige Qualität“ (dt.: an der nötigen Qualität). Begünstigt durch gute Lagen entstehen so, auch unter nicht ganz einfachen Bedingungen, manch edle Tropfen.

Weinbau – geografischer Einfluss

 

Weinreben weit und breit
Weinreben weit und breit

Die klimatischen und geografischen Bedingungen der Alpen haben einen erheblichen Einfluss auf den Weinanbau in der Schweiz. Einige Weingärten befinden sich in äußerst steilen Lagen und können bis zu 70 % Steigung aufweisen, so dass alle Arbeiten an den Reben nur von Hand erledigt werden können. An den Hängen kommt es oft zu Problemen mit Erosion und viele Landschaftsbereiche des Alpenmassivs wirken als sogenannter Regenschatten. „Schwierigkeitä“ (dt.: Schwierigkeiten) bereiten den Weinbauern auch wechselhafte starke Winde und Strömungen, der vielzitierte Fön. Dafür werden die Rebstöcke mit lang anhaltenden Sonnenscheinperioden entlohnt, so dass auch in den durchschnittlich 750 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Weingärten manch anderer Nachteil ausgeglichen werden kann.

Die Weinbau – Gebiete

Die Weinanbaugebiete in der Schweiz befinden sich hauptsächlich im Kanton Wallis, im Südwesten der Schweiz, den Westschweizer Kantonen Waadt, Neuenburg und Genf sowie dem so bezeichneten Drei-Seen-Land, der Region rund um den Bieler,- den Neuenburger- und den Murtensee. Weitere Weingärten befinden sich in den Kantonen Aargau, Zürich, Schaffhausen, Thurgau, Graubünden und im Tessin.

Wallis als Branchenleader

Eine Weinrebe - später verarbeitet zu Rotwein
Eine Weinrebe – später verarbeitet zu Rotwein

Das Wallis ist mit mehr als 5000 Hektar das größte Weinanbaugebiet der Schweiz. Da der Schweizer Wein auch überwiegend von den Schweizern „sälber trunkä“ (dt.: selbst getrunken) wird, finden sich im Wallis auch zahlreiche kleine Weingärten, die hauptsächlich privat oder nur zum Nebenerwerb bewirtschaftet werden. „D Räbe“ (dt.: Die Reben) stehen häufig auf kleinen Flächen mit Kalk- oder Schieferuntergrund, aber auch auf Terrassen, mehrheitlich an den Südhängen des Rhône- Ufers. Intensive Sonneneinstrahlung und der häufige Fön machen vielerorts eine zu Teilen aufwendige und umständliche künstliche „Bewässerig“ (dt.: Bewässerung) nötig.

Mit knapp 4000 Hektar Anbaufläche folgt der Weinbau im Kanton Waadt (Vaud), welches in der französischen Schweiz liegt und sich überwiegend im Bereich rund um den Genfer See erstreckt. Das Kanton ist in die vier Weinregionen Bonvillars, Chablais, La Côte und Lavaux unterteilt. Im Kanton Genf befinden sich die rund 1300 Hektar Rebenpflanzung in überwiegend flachen Lagen. Das hier mildere und ausgeglichenere Klima trägt dazu bei, dass Genf als wärmste Anbauregion „dr Schwiiz“ (dt.: der Schweiz) gilt. Außerdem befindet sich hier mit Satigny die bedeutendste Weinbaugemeinde in der Schweiz. Von 45 Gemeinden in diesem Kanton, bauen hier 35 Wein an.

Im südlichsten Kanton der Schweiz, im Tessin, herrscht beinahe mediterranes Klima. Auf einer Fläche von etwa 1000 Hektar wird in der sogenannten Sonnenstube der Schweiz fast ausschließlich „Rotwii“ (dt.: Rotwein) produziert. Im nördlich gelegenen Kanton Aargau hatte der Weinbau im 19. Jahrhundert seine absolute Blütezeit. Heute werden nur noch 400 Hektar Rebland bewirtschaftet, wobei die besten Weine an den steilen Flussufern von Aare und Limmat heranwachsen. Die Region ist in 7 Anbaubereiche untergliedert und umfasst 70 Gemeinden, so dass viele Weinbauern hier nur winzige Parzellen besitzen.

Die Weinsorten im Weinbau

Ein Glas Weisswein
Ein Glas Weisswein

Die angebauten Rebsorten in der Schweiz sind sehr vielfältig. Nicht weniger als 200 Sorten sind zum Anbau zugelassen, wobei die Rotweinproduktion nur leicht über der des Weißweines liegt. Die zwei wichtigsten Anbausorten in der Schweiz sind Pinot Noir und Chasselas. Darauf folgen Gamay, Merlot und Silvaner. Im Jahr 1990 wurde in der Schweiz ein System zur genaueren Klassifikation der Weine eingeführt. Vorher war es für den Verbraucher eher schwierig sich entsprechend in der Schweizer Weinwelt zurechtzufinden, da die Etikettierung den Winzern im Großen und Ganzen selbst überlassen wurde. Nun benennen Weine der Kategorie I die höchste Qualitätsstufe mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung für Schweizer Weine. Einige besonders edle Weine aus privilegierten Lagen dürfen zusätzlich die Bezeichnung „Grand Cru“ tragen. Die Kategorie II umfasst Landweine mit Herkunftsbezeichnung und in der Kategorie III werden Tafelweine erfasst.

Spezialitäten und Besonderheiten

Aus dem Wallis kommt der sogenannte Gletscherwein (Vin de Glaciers), ein traditioneller Süßwein aus den Rebsorten Reze, Humange Blnc, Petite Arvine, Ermitage und Malvoisie. Eine andere Rarität dieses Kantons sind die 36 Plants-Weine, die ursprünglich aus 36 Sorten gekeltert werden mussten. „Hützutags“ (dt.: Heutzutage) gilt, dass mehrere unterschiedliche autochthone Rebsorten verschnitten werden müssen, aber dennoch ist dieser Wein eine absolute „Bsunderheit“ (dt.: Besonderheit). Eine Spezialität aus dem Tessin ist der Merlot Bianco. Hierbei handelt es sich um einen weißgekelterten Wein aus roter Rebe. Großer Beliebtheit erfreut sich der Oeil de Perdrix aus dem Drei-Seen-Land. Dieser sehr blasse Roséwein wird aus Pinot Noir gekeltert. Eine lokale Seltenheit stellt die weiße Rebsorte Completer dar, aus der in Graubünden ein Dessertwein mit Aromen von Orangenblüten und Quitten gekeltert wird. Die Weißweine aus Chasselas verfügen über eine Eleganz sowie einen schönen Schmelz und begeistern durch ihre „fruchtigi“ (dt.: fruchtige), mineralische Art, die für die Schweiz typisch sind.

Schweizerdeutsch lernen bei einem Glas Rotwein

Gemütliches Abendessen mit einem Glas Wein - lerne damit am einfachsten Schweizerdeutsch
Gemütliches Abendessen mit einem Glas Wein – lerne damit am einfachsten Schweizerdeutsch

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Vokabular-Liste

Schweizerdeutsch Hochdeutsch
1 a dr nötige Qualität an der nötigen Qualität
2 Schwierigkeitä Schwierigkeiten
3 sälber trunke selbst getrunken
4 d Räbe die Reben
5 Bewässerig Bewässerung
6 dr Schwiiz der Schweiz
7 Rotwii Rotwein
8 Hützutags Heutzutage
9 Bsunderheit Besonderheit
10 fruchtigi fruchtige

 

Weinbau in der Schweiz

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