Wer in der Schweiz lebt, wird sich früher oder später nicht nur mit dem Schweizerdeutschen beschäftigen müssen, sondern auch mit dem Schweizer Strassenverkehr. Wir haben in diesem Artikel die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die du wissen musst, wenn du „normalerwis“ (dt.: normalerweise) zum Beispiel in Deutschland unterwegs bist.

Grundlagen der Schweizer Verkehrsregeln

Grundsätzlich lässt sich sagen, sind die schweizerischen Verkehrsregeln den deutschen sehr ähnlich. Im Durchschnitt tendiert die Fahrweise eher zum defensiven, an Tempolimits wird sich recht strikt gehalten.
Rowdys mit aggressiver Fahrweise gibt es natürlich überall, sie sind in der Schweiz aber „e Usnahm“ (dt.: eine Ausnahme).

Dieser Umstand hängt natürlich auch mit einer hohen Blitzerdichte und empfindlichen Geldbußen bei Missachtung der Verkehrsregeln zusammen. Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Fahrt auf den Schweizer Straßen zusammengefasst.

Lichtpflicht

Schweizer Verkehr - LichtDie Lichtpflicht wurde am 01.01.2014 eingeführt und verpflichtet den Fahrer zu jeder Uhrzeit mit eingeschaltetem Licht zu fahren. Nachweislich verbessert diese Regelung die Sichtbarkeit der KFZ und sinkt somit die Unfallrate.

KFZ mit Tagfahrlicht dürfen dieses benutzen, alle anderen verwenden hierzu das Abblendlicht. Die Missachtung dieser Regelung kostet den Fahrer 40 „Frankä“ (dt.: Schweizer Franken).

Vignette

Um die Autobahn befahren zu dürfen wird eine Vignette benötigt. Sie muss gut sichtbar an der Frontscheibe befestigt werden.
Vignetten können bei der Post, in jeder Schweizer Tankstelle und in Tankstellen in Grenznähe zur Schweiz erworben werden. Momentan beläuft sich der Preis hierfür auf 40 Schweizer Franken, es wird aber immer wieder über eine „Erhöhig“ (dt.: Erhöhung) diskutiert. Die Laufzeit beläuft sich auf das laufende Jahr, sowie den Monat vor und nach dem Jahr.
So gilt eine 2015 erworbene Vignette vom 01.12.2014 bis zum 31.01.2016. Fehlt die Vignette werden momentan 200 Schweizer Franken fällig.

Parkplätze

Verkehr in der SchweizParkplätze sind stets markiert. Die Möglichkeit gratis zu Parken ist rar, Parkautomaten sind fast an jedem Parkplatz vorzufinden. Gelb markierte Parkplätze sind Privatparkplätze oder gehören Firmen. Die Benutzung von Kunden sowie Gästen ist gestattet. Weiß markierte Parkplätze sind nummeriert. Sie sind stets gebührenpflichtig und befinden sich immer in der Nähe eines Parkautomaten.

Gelb und mit Kreuzen markierte Plätze signalisieren ein Parkverbot, befinden sich gelbe Linien am Fahrbandrand so signalisiert das ein Halteverbot. In blauen Zonen ist das Parken von Montag bis Samstag von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr mit der blauen Parkscheibe für eine Stunde kostenlos. Hierbei wird auf die nächste halbe Stunde gestellt. Zu Sonn- sowie Feiertagen darf zwischen 19:00 Uhr und 07:00 Uhr kostenlos geparkt werden. „E duurhafti Nutzig“ (dt.: Eine dauerhafte Nutzung) der blauen Zone zur Nacht wird allerdings nicht gerne gesehen.
Die meisten Gemeinden bieten hierzu eine Parkkarte zur dauerhaften Nutzung des Quartiers in einer ausgewiesenen Zone, die um die 50 Schweizer Franken kostet.

Mitführpflicht

Es ist Pflicht zu jeder Fahrt eine Warndreieck und einen aktuellen Verbandskasten mitzuführen. KFZ mit Zulassung in der Schweiz benötigen desweiteren eine Abgasuntersuchungsbescheinigung und den Fahrzeugausweis.

Vorrang – Passstraßen

Generell wird dem aufwärts Fahrendem auf engen Pässen stehts Vorrang vom abwärts Fahrendem gegeben.
Eine Ausnahme stellt „s Poschti“ (dt.: das Postauto) – ein gelber Überlandbus – dar. Postautos melden sich in der Kurve per Horn an und haben stets Vorrang.

Kreisverkehr und Vorfahrt

In der Schweiz sind Kreisverkehre sehr beliebt und häufig anzutreffen. Sie sind oft liebevoll dekoriert und bepflanzt. Vorfahrt hat, wenn nicht anders ausgeschildert, derjenige, der sich im Kreisverkehr befindet. Eine Ausnahme stellen Schienenfahrzeuge, welche ausnahmslos immer Vorfahrt haben.

Tempolimit

Sofern nicht anders ausgeschildert beträgt das Tempolimit in Ortschaften 50 km/h, außerhalb beträgt es 80 km/h und auf Autobahnen beträgt es 120 km/h. Eine Geschwindigkeitsübertretung wird also immer begangen, wenn der Fahrer:

  • Innerorts schneller als die ausgeschilderten 30 km/h / 50 km/h fährt
  • Außerorts das Tempolimit von 80 km/h überschreitet (Autobahnen ausgenommen)
  • In Tunneln schneller als 80 km/h ist
  • Auf Autostraßen die 100 km/h übersteigt
  • Auf Autobahnen die 120 km/h übersteigt

Sollte die Geschwindigkeitsübertretung höher als 50 km/h / 80 km/h sein, gilt der Fahrer „in dr Schwiiz“ (dt.: in der Schweiz) als Raser. Raser müssen mit mehrjährigen Freiheitsstrafen und/oder einem hohen Bußgeld rechnen.

Navigationsgeräte so anbringen, dass sie nicht stören
Navigationsgeräte so anbringen, dass sie nicht stören

Radarwarner und Navigationsgeräte

Navigationsgeräte dürfen die Sicht auf die Fahrbahn nicht behindern, das Bußgeld beläuft sich bei Missachtung auf mehrere 100 Schweizer Franken. „S Bruche“ (dt.: Die Benutzung) eines Radarwarners ist nicht gestattet.

 

 

Wichtig für die Skiferien: Schneeketten und Winterreifen

Die Benutzung von Winterreifen ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, wird aber dringlichst empfohlen. Schäden, welche durch fehlende Winterreifen verursacht werden, werden von Versicherungen nicht immer übernommen. „Schneechette“ (dt.: Schneeketten) sind bei liegendem Schnee nur an manchen Straßen Pflicht. Bei Aufhebung dieser Regelung muss die Schneekette wieder demontiert werden.

Automobilclubs

In der Schweiz ist der TCS – Touring Club Schweiz am weitesten verbreitet. Dieser ähnelt vom Aufbau her dem ADAC Deutschland oder dem ÖAMTC Österreich. Es wird geraten diesem beizutreten, da du von vielen Vorteilen profitieren kannst.

Fazit

Alles in allem sind wir nicht in London und die Schweiz stellt die Verkehrsregeln in Europa nicht auf den Kopf. Generell sind „d Schwiizer Strosse“ (dt.: die Schweizer Strassen) eher sicher und man sollte sich als routinierter Fahrer recht schnell zurecht finden. Trotzdem raten wir davon ab, eine Stadt wie z.B. Zürich oder Basel mit dem Auto zu besuchen, da ist der öffentliche Verkehr die bessere Variante. Das Verkehrsaufkommen ist sehr hoch und die Parkplätze sind kostspielig und rar.

 

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Vokabeln

Schweizerdeutsch Hochdeutsch
1 normalerwis normalerweise
2 e Usnahm eine Ausnahme
3 Frankä Schweizer Franken
4 Erhöhig Erhöhung
5 E duurhafti Nutzig Eine dauerhafte Nutzung
6 s Poschti das Postauto
7 in dr Schwiiz in der Schweiz
8 s Bruche die Benutzung
9 Schneechette Schneeketten
10 d Schwiizer Strosse die Schweizer Strassen

 

 

Unterwegs im Schweizer Strassenverkehr

3 Gedanken zu „Unterwegs im Schweizer Strassenverkehr

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