Klischees erleichtern uns das Leben. Wer kennt und nutzt sie nicht, die Vorstellungen über landestypische Eigenarten. Oft werden Menschen dabei allerdings mit Eigenschaften bedacht, die völlig unpassend sind und weit an der Realität vorbei gehen.

Zürich - Stadt der Schweiz
Zürich – Stadt der Schweiz

Die Schweiz ist ein Land, das für Reichtum, Sauberkeit und Spießigkeit steht. Aber auch für Gemütlichkeit, was nicht zuletzt am Schwiizerdüütsch liegt. Doch es ist ein riesiger Unterschied, ob ein Schweizer nun aus eher ländlichen Gebieten, der entspannten Kulturstadt Basel oder der Weltstadt Zürich kommt.

Wie ist der/die typische Zürcher/in? Gibt es die überhaupt? 

Wir sind den typischen Klischees auf den Grund gegangen und überprüfen ihren Wahrheitsgehalt.

1. Arroganz

Zürcher sind straight, nicht arrogant.

Es gibt wohl kaum etwas, das den Zürchern häufiger vorgeworfen wird. Das kommt nicht von ungefähr: Zürich ist weltstädtisch, kosmopolitisch, urban und hebt sich damit schon sehr vom Rest der Schweiz ab. Es ist vergleichbar mit Berlin und dem Rest von Deutschland – die Berliner gelten als unfreundlich und arrogant, genau wie die Zürcher. Dabei ist es in beiden Städten einfach eine gewisse Klarheit, die sich die Bewohner zu eigen gemacht haben. In Zürich wird ohne Scheu und Schnörkel Klartext geredet, meist etwas schneller als es sonst in der Schweiz üblich ist. Dazu gehört natürlich auch der Dialekt, die berühmte „Zürischnurre“.

Zürcher händ a grossi Schnurrä“ – so sagen es die Einheimischen und das stimmt tatsächlich. übersetzt heißt das: Zürcher haben eine große Schnauze. Zürcher sind einfach davon überzeugt, in der besten Stadt der Welt zu leben. Sie sind sich ihrer Einzigartigkeit bewusst und müssen das nicht groß erklären. Sie sind eben einzigartig, Punkt. Mit diesem Selbstverständnis können Zugezogene oft nichts anfangen. Doch dahinter verbirgt sich eher Geradlinigkeit als Arroganz. Aufgesetzte Freundlichkeit, die etwas Künstliches ausstrahlt, ist den Zürchern fremd. Sie sind ehrlich, herzlich und hilfsbereit.

2. Die Zürcher sind nicht offen

Zürcher sind lieb und nett – untereinander. Als Zugezogene/r hat man kaum eine Chance in dieser Stadt Freundschaften zu schließen. So berichten es viele Zugezogene und Expats. Doch dahinter verbirgt sich etwas ganz anderes: Die Sehnsucht nach echter, tiefer Freundschaft. Freunde sind für viele Menschen einfach Gesellschaft, lockere Bekanntschaft – Hauptsache, man ist nicht allein. Doch für Zürcher geht es um wahre Freunde – denn die bleiben ein Leben lang. Und wie alles Gute im Leben, gibt es wahre Freunde nicht an jeder Straßenecke. Fazit: Natürlich können auch Zugezogene mit Zürchern Freundschaften schließen – jedoch nur, wenn sie sich auch Zeit dafür nehmen. Ja, ja, die ordentlichen, pünktlichen Schweizer machen eben keine halben Sachen – dieses Klischee entspricht wirklich der Wahrheit.

3. Mir sind Züri!

Die Zürcher fühlen sich in erster Linie als Bewohner einer Weltstadt – das unterscheidet sie von den Menschen, denen egal ist, woher sie kommen. Die Zürcher sind weltoffen. Vielleicht ist es dieses Selbstbewusstsein, das in Verbindung mit einer gewissen Affinität zu einem ansprechenden und gepflegten äußeren (Zu diesem Klischee später mehr) überheblich wirkt. Würden sich die Zürcher tatsächlich so ernst nehmen wie vermutet, würde dieser Arroganz auch etwas Lächerliches anhaften. Doch die Zürcher können über sich selbst lachen. Ironie ist ihre Stärke und dazu gehört auch Selbstironie.

Zürcher - Bewohner einer Weltstadt
Zürcher – Bewohner einer Weltstadt

4. Zürcher mögen die Basler nicht

Dass zwischen beiden Städten eine Rivalität besteht, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen. Aber ob es nun Zürich gegen Basel oder eher Basel gegen Zürich ist, ist nicht ganz klar. Beide Städte sind verschieden und daher eigentlich nicht zu vergleichen. Trotzdem wird ein Zürcher niemals nach Basel ziehen und umgekehrt. Eine Vermutung der Züricher Ureinwohner: Es liegt am Fußball: Früher gab es eine große Rivalität zwischen den Vereinen FCZ und FCB ,die noch immer andauert und sich inzwischen auf die Städte selbst verlagert hat.

 

5. Zürcher machen sich über andere Dialekte lustig

Ja, das stimmt. Da gibt es nichts zu beschönigen. Oder wie es die Zürcher sagen: „Es git kei Klischee, es is wies isch!“ Wo wir gerade bei Dialekt und Sprache sind, eine typische Züricher Eigenart ist die Angewohnheit, jeden Satz mit „oder“ zu beenden.

6. Die Zürcher sind fleißig und sauber.

Auch das stimmt. Da können sich die Deutschen, denen genau das ja immer unterstellt wird, noch eine Scheibe abschneiden….

7. Die Zürcher sind immer adrett und schick gekleidet – fast schon zu sehr.

Anders als vielleicht angenommen, geht es dabei nicht um peinliches Protzen. Eher um diese nonchalante Coolness, die von Nicht-Zürchern eben als Arroganz missverstanden wird. Heißt: Ähnlich wie in Berlin ist man eher lässig unterwegs. Sportliche Eleganz trifft es am ehesten: Designerteile nur punktuell einsetzen, coole, unbekannte Labels, Designer aus Zürich, Streetwear statt teurer Anzug. Hip und cool, ja, modern und schick, gerne. Aber abgehobene Markenbesessenheit – eher nein. Ja, Zürcher achten auf ihr Äußeres. Sie denken sehr intensiv darüber nach, wie sie ihre Garderobe gestalten. Allerdings ohne anzugeben. Denn das haben echte Zürcher doch nicht nötig…

Gut gekleidet - aber mit Stil!
Gut gekleidet – aber mit Stil!

8. Hier ist alles teuer

Ja, Zürich ist unbestritten die teuerste Stadt der Welt. Das lässt sich leider nicht leugnen. Doch die meisten Zürcher sind nicht so reich, dass sie sich das Leben in dieser teuren Stadt leisten können. Was man da macht? Zusammenhalten. Denn entgegen der Vorurteile, sind die Zürcher sehr solidarisch. Solidarische Schnäppchenjäger, um genau zu sein. Sie beraten sich gegenseitig wenn es darum geht, Sonderangebote, Rabatte und Preisaktionen ausfindig zu machen. Fazit: Ein gutes Leben in Zürich ist möglich – auch ohne reich zu sein. Man braucht nur ein wenig Gewitztheit und „a little help from a Züri-Friend.“

Perfekt ankommen in Zürich

Auch wenn einige Klischees hier jetzt eher abschreckend wirken, jede Stadt hat seine Tücken. So haben wir auch in Basel so einige typische Gegebenheiten gefunden. Alles in allem ist Zürich eine der schönsten Städte zum Leben in der Schweiz und speziell wenn man die Vorteile der Stadt schätzt wird man sich hier bald zuhause fühlen. Die Integration in dieser Stadt wollen wir dadurch erleichtern, dass wir Schweizerdeutsch und speziell Zürideutsch in unserem Kurs fokussiert unterrichten, um dich schon bald wie einen Zürcher dastehen zu lassen. Tritt doch heute der Bewegung bei:

Typisch Zürich – Metropole, Rivalität und die „Zürischnurre“

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