Durch die Augen eines Touristen

Mit der Schweiz verhält es sich, wie mit einem Blumenstrauss. Während ausländische Staatsangehörige schnell mal angetan sind von den Farben, dem Duft, der knackigen Frische der einzelnen Gewächse, bohrt der Schweizer gerne so lange, bis er ein welkes Blatt gefunden hat; ein abgebrochener Stiel oder eine nicht ganz so perfekte Rose. Genauso handhaben wir es untereinander. Nirgends werden Schweizer so kritisiert, wie in der Schweiz. Dabei ist die kulturelle, sprachliche und landschaftliche Vielfalt eines so kleinen Landes bemerkenswert, wenn nicht sogar einzigartig.

Die Bundeshauptstadt Bern in der Schweiz
Die Bundeshauptstadt Bern in der Schweiz

Ewige Rivalen

Richten wir den Augenmerk doch einmal auf Bern. Fragt man einen Zürcher, so sollte Bern den Status als Bundesstadt der Schweiz abgesprochen werden; wird Zürich doch eher als pulsierende, touristennahe Metropole wahrgenommen, wohingegen ein Grossteil des Berner Stadtbildes an die Geschichte der Schweiz erinnert. Da die Schweiz keinen offiziellen Ort mit dem Titel „Hauptstadt“ besitzt, wird von vielen Touristen Zürich als „capital city“ angesehen.

Zentrum der Schweizer Politik: Bundeshaus in Bern
Zentrum der Schweizer Politik: Bundeshaus in Bern

Bern für die Küche

Fragt man nun einen Fleischkonsumenten nach dem kulinarischen Bern, so dürfte auf dessen Speiseplan die Berner Platte hoch im Kurs stehen. An zahlreichen Lottos als Preis abgegeben – was bei ausländischen Teilnehmern gelegentlich für Stirnrunzeln sorgt – hat das traditionelle Gericht längst Kultstatus erreicht und wird flächendeckend und ganzjährlich (ausser vielleicht zu Weihnachten) verspeist. Die Flexitarier unter den Schweizern haben die klassische Bernerplatte „heruntergetunt“, indem sie die Fleischbestände dezimieren und das Gemüsegelage grosszügig erweitern. Mit einem Kochbuch der Berner Landfrauen lassen sich auch passende Desserts servieren, falls mal ein Gast vorbeischaut, der sich ganz bernerisch verwöhnen lassen will.

„Gring ache u seckle…“

Sträflich wäre es, das Thema Dialekt auszulassen. Immer mehr Berner fühlen sich dazu genötigt, zu demonstrieren, dass die Langsamkeit bei Fortbewegung und Sprache einem abgenutzten Klischee gleichkommt und die Bevölkerung längst mit der Schnelllebigkeit der Welt 2.0 schritthalten kann. Dennoch sind es genau diese Klischees, die bei den Mitschweizern sehr viel Sympathie und Wärme für die Bundesberner wecken. Beim Schweizerdeutsch lernen wäre der Sprachrhythmus und das Tempo des Berndeutschen sicherlich hilfreich, denn haben Sie schon einmal einen Zürcher langsam sprechen hören? Es sind dann wohl aber Worte wie „Büetz„, „Giel“ oder „Schmöckiwasser“ die entscheidend dazu beigetragen haben, dass die meisten Sprachlehrmittel in der Schweiz, den Zürcher Dialekt vermitteln.

Allerdings haben wir von www.schweizerdeutsch-lernen.ch sowohl den Dialekt Züridüütsch als auch das Berndüütsch in unseren Kurs integriert, um beiden Seiten gerecht zu werden.

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Bern bei Nacht
Bern bei Nacht

Fazit

Zusammenfassend kann man sich sicher fragen, was denn nun einen typischen Berner ausmacht? Sind es die Schlachtgesänge der YB-Fussball-Fans oder die – europaweit gesehen – sehr gut besuchten Spiele des Eishockeyclubs SC Bern? Ist es vielleicht der jährliche Besuch am Zibelemärit oder doch eher die Treue zum Stadttierpark Dählhölzli? Sind es die zahlreichen Museen die mit abwechslungsreichen Ausstellungen tolle Möglichkeiten bieten an kalten Regentagen? Oder ist es etwa der Genuss eines Mandelbärlis während einer Kamblyzugfahrt durchs Berner Emmental? Oder vielleicht doch der Dialekt? Ganz egal mit welcher Brille man die Berner betrachtet; im Kern sind alle Schweizer gleich. „Erstuunlich veusiitig!“

 

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Typisch Bern = typisch Schweiz?

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