Telefon in der Schweiz: „Es Natel“

„Natel“, so nennt man in der Schweiz sein Handy (von „Nahtelefon“). Aber erstmal zum Festnetz: Die Telefonstecker in der Schweiz sind anders als die man aus Deutschland kennt. In der Schweiz werden sogenannte Reichle Stecker und in Deutschland TAE Stecker verwendet — nur falls euch der Techniker im Baumarkt oder beim Coop damit auf die Nerven geht.  Es gibt zwei unterschiedliche Kabel/Stecker fĂŒr Telefonie und Internet, anders als in Deutschland. Am besten kauft man sich nach dem Einzug einfach ein neues Telefon – die sind gĂŒnstig und man muss sich nicht schlimmstenfalls Tage oder Wochen mit irgendeinem Adapter und Techniker herumĂ€rgern, die ja auch Geld kosten. Den Router bekommt man beim Internetanschluss hĂ€ufig dazu und gegen Zuzahlung kann man diesen auch als WLAN Variante bekommen.

 

 

Das Handy ist in der Schweiz IMMER es Natel. Wenn du von diesem Artikel einen Gedanken mitnimmst, lass es um Gottes Willen bitte diesen sein!

 

 

Anbieter Festnetz, Internet und Fernsehen

Im Bereich Festnetz, Internet und TV gibt es zwei grosse Anbieter. Swisscom ist die Nummer eins, sie gehört ganz klar zu den teureren Premium-Anbietern, muss aber nicht sein. Es kommt auf die persönlichen BedĂŒrfnisse und aktuellen Angebote an. Vergleichen lohnt sich hier also auf jeden Fall.

Dann gibt es als zweitgrössten Anbieter noch UPC. Diese zeichnet sich besonders durch sehr schnelle Internetverbindungen aus. Daneben gibt es noch ein paar kleinere Anbieter und je nach Kanton oft lokale Billig-Anbieter. Zu beachten ist, dass in einigen Wohnungen der Kabelanschluss von UPC in den Nebenkosten enthalten ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser verwendet wird oder nicht. Um diese Kosten zu sparen, ist es möglich den Anschluss plombieren zu lassen (zu Deutsch: sperren lassen). Sprecht euch dazu am besten auch mit eurem Vermieter ab.

EmpfangsgebĂŒhren in der Schweiz: Billag

Jeder Haushalt, der GerĂ€te fĂŒr den Empfang von Radio oder Fernsehen verfĂŒgt, ist verpflichtet EmpfangsgebĂŒhren bei der Billag zu zahlen. Die Billag ist vergleichbar mit der GEZ in Deutschland. Die Anmeldung muss jeder selbst (unaufgefordert) vornehmen. Private Nutzer zahlen fĂŒr den Radioempfang 165.00 CHF und fĂŒr Fernsehen 286.10 CHF pro Jahr (Stand September/2017). Laut Firmenseite  Rechnung auf Wunsch auch pro Quartal erfolgen, dabei zahlt man dann einen Aufschlag von 2.- CHF pro Rechnung. Die GebĂŒhr versteht sich pro Haushalt; Wie viele Personen und wie viele GerĂ€te angeschlossen sind, ist dabei nicht relevant.

 

 

Werbeanrufe und TelefonbucheintrÀge mit dem Stern

Eine weitere Besonderheit ist, dass Festnetznummern nach dem Umzug innerhalb der Schweiz (von Kanton zu Kanton) mitsamt der Vorwahl mitgenommen werden können. Aus diesem Grund kann man anhand der Vorwahl nicht zweifelsfrei sagen aus welcher Region (Stadt oder Kanton) jemand anruft. Man kann sich wie in Deutschland freiwillig in das Telefonbuch eintragen lassen. Wer sich in das Telefonbuch eintragen lĂ€sst, hat mit einem Stern „*“ die Möglichkeit zu untersagen, dass man von Werbeanrufen belĂ€stigt wird. Leider halten sich nicht alle Firmen an diese Vorgabe, und man wird auch mit Stern angerufen. Es empfiehlt sich aber dennoch von dem Sterneintrag Gebrauch zu machen, da die Anzahl der Anrufe deutlich geringer sind und sich zumindest Firmen mit Sitz in der Schweiz daran halten, um rechtlichen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen. Wenn dann doch jemand fĂŒr Werbung anruft, kann man davon ausgehen, dass diese Firmen unseriös sind, und ein Hinweis auf den Stern im Telefonbuch genĂŒgt meistens um das GesprĂ€ch zu beenden.

Der beste Handy-Anbieter (lies: „Natel-Anbieter“)

Ein Deutsches Handy kannst du in der Schweiz genau wie in Deutschland nutzen. Manche Anbieter haben allerdings ein LĂ€ndespezifisches „SIM-Lock“, welches oft gemeinsam mit einem Vertrag abgeschlossen wird. Hier lohnt es sich kurz telefonisch beim Kundendienst nachzufragen, wenn man sich nicht sicher ist. Die Netze in der Schweiz basieren auf der gleichen Technologie. Insbesondere Apple ist in der Schweiz sehr beliebt. Aber am wichtigsten ist: In der Schweiz nennt man das Handy nicht Handy, sondern „Natel„.

In der Schweiz gibt es drei Mobilfunknetze. Swisscom bietet die beste Netzabdeckung, ist  aber preislich sehr teuer. 65 % aller Schweizer sind bei Swisscom.  Preislich gĂŒnstiger, aber schlechter von der Netzabdeckung ist Salt (ehemals Orange) und Sunrise. Anbieter selbst gibt es natĂŒrlich noch mehr, aber jeder Anbieter bedient sich von einem dieser drei genannten Netze. Die typischen Vorwahlnummern der Schweizer Mobilfunkanbieter sind 076, 077, 078 und 079. Wobei die Vorwahl allein keine Aussage ĂŒber das Netz zulĂ€sst, da man wie beim Festnetz beim Anbieterwechsel seine Nummer mitnehmen kann.

 

Hotlines und Servicenummern: Wann kostet es was?

Premiumrufnummern oder kostenpflichtige Hotlines fangen mit 090x an. Vorsicht beim Unterschied zwischen An- und RĂŒckruf, die Kosten hierfĂŒr können sehr unterschiedlich sein. Übersteigen die GrundgebĂŒhr oder der Minutenpreis 2 CHF, so muss der Preis kostenlos vor GesprĂ€chsbeginn angesagt werden. Diese Nummern können beim Telefonanbieter auf Wunsch gesperrt werden, sodass man sich vor dieser Kostenfalle schĂŒtzen kann. Die Vorwahl 0800 wird ausschliesslich fĂŒr kostenfreie Rufnummern verwendet. Wenn man diese Nummern vom Handy, von Telefonkabinen oder vom Ausland aus anruft, können aber dennoch Kosten entstehen. 084x wird hĂ€ufig fĂŒr Servicehotlines verwendet, diese Nummern sind zwar nicht gratis, vom Festnetz aus werden aber höchstens 8 Rappen pro Minute verrechnet.

Zusammengefasst: 0800-Nummern sind immer kostenlos. 090-Nummern sind sehr, sehr teuer.

 

Notfallnummern

112 Allgemeiner Notruf
117 Polizei
118 Feuerwehr
144 SanitÀter
114 Krankenwagen
140 Pannendienst
143 Telefonische Seelsorge
145 Toxikologischer Dienst (Bei Vergiftungen)
1414 Hubschrauberrettungsdienst

 

Telefon, Internet und Fernsehen in der Schweiz

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