Die Schweiz ist kein sonderlich kinderfreundliches Land. Das merken werdende Eltern sehr schnell, wenn es darum geht, einen Krippenplatz zu finden.Anstrengungen von öffentlicher, halböffentlicher und privater Seite zum Trotz ist es schwierig, einen Krippenplatz für sein Kleinkind zu finden. Damit es trotzdem klappt, hier ein paar wichtige Informationen.

Krippenplätze in der Schweiz sind rar
Krippenplätze in der Schweiz sind rar

Mangelndes Angebot an freien Plätzen

Obwohl das Angebot an Krippenplätzen in den letzten Jahren mithilfe der Anstossfinanzierung des Bundes stark ausgebaut wurde, herrscht vielerorts immer noch ein Mangel an freien Plätzen, insbesondere für Babys. Doch nicht nur die Anzahl verfügbarer Plätze ist von Region zu Region verschieden. In den Kantonen gelten auch nicht überall die gleichen Bestimmungen zur Führung einer Kindertagesstätte. Darum ist es wichtig, dass man sich in seiner Gemeinde oder seinem Kanton nach den geltenden Regeln erkundigt.

Krippe oder Hort?

In der Schweiz wird zwischen Kinderkrippe und Kinderhort unterschieden. Kinderkrippen zählen zu den familienergänzenden Betreuungsangeboten, wo Vorschulkinder ab dem Alter von drei Monaten bis zum Kindergarteneintritt betreut werden. Sogenannte Mittagstische und Kinderhorte bieten Betreuung für Kindergarten- und Schulkinder während der schulfreien Zeit und gelten somit als schulergänzende Betreuung.

Won wem werden die Kinder betreut?

Kleinkinder, die eine Krippe besuchen, werden von pädagogisch ausgebildetem Personal betreut. Krippen- und Gruppenleitung sowie Miterzieherinnen haben eine pädagogische Ausbildung. Je nach Grösse des Betriebs wird das ausgebildete Personal unterstützt durch Assistenzpersonal ohne pädagogische Ausbildung, Lernende, Praktikanten oder Zivildienstleistende. Diese dürfen aber eine Gruppe nicht alleine betreuen, sondern müssen mit einer ausgebildeten Person zusammenarbeiten. Der Betreuungsschlüssel legt fest, wie viele Kinder eine Betreuungsperson alleine beaufsichtigen darf.

Im Zentrum stehen die soziale Entwicklung der Kinder sowie das Entdecken der Welt. Die Kinderkrippe ist also nicht einfach ein Hütedienst, wo die Kinder abgegeben werden. In der Gruppe wird zudem die soziale Entwicklung gefördert. Viele Betriebe richten sich in ihrer Arbeit nach einem pädagogischen Konzept, das in den verschiedenen Bereichen des Krippenalltags als Grundlage dient.

In Kinderkrippen arbeitet nur pädagogisch ausgebildetes Personal
In Kinderkrippen arbeitet nur pädagogisch ausgebildetes Personal

Organisierter Tagesablauf schon für die Kleinsten

Entsprechend herrscht in allen Krippen ein gut strukturierter Tagesablauf. Die Kinder werden früh morgens gebracht, worauf das gemeinsame Frühstück folgt. Danach folgen Kreisspiele, geführte Aktivitäten in den Gruppen und ein gemeinsames Znüni auf dem Programm. Nach dem Mittagessen halten kleinere Kinder einen Mittagsschlaf, Grössere eine Mittagsruhe. Der Nachmittag besteht aus weiteren geführten Aktivitäten, Zvieri und freiem Spiel. Damit der Tagesablauf nicht zu oft unterbrochen wird, gelten vielenorts für Kinder, die halbtags betreut werden, feste Bring- und Abholzeiten vor oder nach dem Mittagessen. Für Babys steht in der Regel ein eigenes Schlafzimmer zur Verfügung, damit sie jederzeit schlafen können.

Von wann bis wann werden die Kinder betreut?

Die meisten Krippen sind ganztags geöffnet, oft von früh morgens bis abends ca. 18:30 Uhr. An Feiertagen sind die Krippen in der Regel geschlossen, zudem haben viele im Sommer eine oder zwei Wochen Betriebsferien. In grösseren Städten gibt es vereinzelt Krippen, die abends länger offen sind oder gar Nacht- und Wochenendbetreuung anbieten. Die genauen Öffnungszeiten sind mit der jeweiligen Krippe zu klären.

Ein Kind extern betreuen zu lassen, ist teuer

Ein Krippenplatz in der Schweiz ist teuer. Darüber sind sich alle einig. Zwar sind die Kita-Gebühren in den meisten öffentlichen Einrichtungen vom Einkommen abhängig. Doch Eltern mit mittleren und höheren Einkommen sehen sich mit Tagessätzen bis zu 150 Franken konfrontiert. Konkret hängen die Kosten davon ab, an wie vielen Tagen und wie viele Stunden lang das Kind die Krippe oder die Kita besucht und wie viele Geschwister es hat. Darüber hinaus unterscheiden sich die Kosten von Kanton zu Kanton, typisch Schweiz.

Ein Drittel des Haushaltseinkommens für die Kita

Gemäss einer Studie der Universität St. Gallen von 2013 müssen Eltern in der Schweiz durchschnittlich etwa ein Drittel ihres Einkommens für einen Platz in der Kita ausgeben. Das ist doppelt so viel wie Eltern in den 24 europäischen Vergleichsländern der Studie. Der Grund liegt nicht in höheren Betriebskosten. Ein Kostenvergleich, den der Bundesrat erstellen liess, ergab, dass die Betriebskosten in etwa gleich hoch wie in Deutschland, Frankreich und Österreich sind. Doch der Staat bittet Schweizer Eltern schlichtweg mehr zur Kasse. Der Maximaltarif in der Schweiz entspreche meist etwa den Vollkosten, während in den Nachbarländern die Maximaltarife massiv unter den Vollkosten lägen, heisst es im Bericht des Bundesrats.

Gemeinsame Aktivitäten helfen der sozialen Entwicklung
Gemeinsame Aktivitäten helfen der sozialen Entwicklung

Frühzeitige Anmeldung empfohlen

Wer sein Kind extern betreuen lassen will, muss sich frühzeitig um einen Krippenplatz kümmern. Am besten bereits in den ersten Monaten der Schwangerschaft. Denn die Wartelisten sind oft sehr lang.Am besten vereinbarst du bei einigen Krippen, die für euch in Frage kommen, einen Termin für ein erstes Kennenlernen. Bei diesem Gespräch wirst du über die Arbeitsweise, das pädagogische Konzept und die Aufnahmebedingungen informiert. Manche Krippen führen ein- bis zweimal jährlich einen Tag der offenen Tür für interessierte Eltern durch. Hat die Krippe freie Plätze, wird ein sogenannter Betreuungsvertrag aufgesetzt, gibt es keine freien Plätze, wird das Kind auf die Warteliste gesetzt.

So findest du einen Krippenplatz

Der Verband der Kinderkrippen in der Schweiz heisst kibesuisse. Kitaclub.ch ist eine Online-Plattform mit einem Kita-Verzeichnis für die ganze Schweiz. Kinderkrippen-online.ch ist eine weitere hilfreiche Adresse für die Krippensuche. Auch die Wohngemeinde kann bei der Suche nach freien Plätzen behilflich sein.

Kinder lernen Schweizerdeutsch super schnell

Wenn du dein Kind in eine Krippe bringst, wird es Schweizerdeutsch im Nu lernen. Wäre es da nicht toll, du würdest die gleiche Sprache sprechen? Melde dich darum noch heute für unseren Online-Kurs an.

 

So findest du einen Krippenplatz in der Schweiz

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