Schwingen ist die Schweizer Version von Ringen und die wahrscheinlich typischste Schweizer Sportart, die es gibt. Noch Schweizerischer als Skifahren. Genannt wird Schwingen auch «Hosenlupfen», was daher kommt, dass man sich früher sehr heftig an der Hose gepackt hat und so versucht hat, den Gegner auszuschalten, bis dieser aufgegeben hat. Das Schwingen ist ein traditionsreicher Wettkampf, und heisst nicht umsonst auch Kampf der Kolosse.

Traditioneller Schweizer Sport: Schwingen
Traditioneller Schweizer Sport: Schwingen

Die Herkunft des Schwingens

Die Herkunft des Schwingens ist nicht eindeutig. Im 13. Jahrhundert fanden sich in der Kathedrale in Lausanne erste Darstellungen dieser Kampfmethode. Im Mittelland und in der Innerschweiz gehörte Schwingen zum festen Bestandteil jedes grossen Festes. An zahlreichen Alp- und Wirtshausfesten wurde um ein Stück Hosentuch, ein Schaf oder um andere Naturalien geschwungen. Der Ruhm des Sieges zählte dabei weit mehr als der eigentliche Preis. Und das ist noch heute so.

Die verschiedenen Schwünge

Schwinger müssen über eine ausgezeichnete Körperkontrolle und die entsprechende Technik verfügen, um im Sägemehl zu bestehen. Es gibt weit über 100 verschiedene Schwünge, doch durchgesetzt haben sich vor allem diese fünf:

  • Brienz
  • Bur
  • Hüfter
  • Kurz
  • Übersprung

Das eidgenössische Schwingfest

Das eidgenössische Schwingfest ist der wichtigste Wettkampf und findet alle 3 Jahre statt. Das nächste Mal wird es im August 2022 ausgetragen. Doch in der Zwischenzeit finden verschiedene regionale Wettkämpfe statt, die hier eingesehen werden können. Wer bei dem Eidgenössischen Schwingfest gewinnt, darf einen ganz besonderen Titel tragen: Er darf sich König nennen. Königlich ist auch die Atmosphäre am Event selbst. Jung und Alt fiebern mit den Athleten mit und sorgen für bombastische Stimmung.

Die Ausrüstung der Athleten

Die Athleten beim Eidgenössischen Schwingfest tragen sogenannte Zwilchhosen, die eigens für den Grossevent hergestellt werden. Zwilch ist ein robuster und starker Stoff aus Baumwolle, der sehr saugstark ist. In der Wäscheausstattung einer Grossmutter durfte dieser Stoff niemals fehlen. Für die Zwilchhosen in der Schweiz muss der Zwilch importiert werden, weil nicht mehr so viel an diesem Stoff vorhanden ist. Der Stoff wird eigens und speziell gefertigt, und nur noch an drei oder vier Orten in der Schweiz gibt es ihn zu kaufen.

früh übt sich
Früh übt sich, wer Schwingerkönig werden will

Die Regeln und der Ablauf des Eidgenössischen Schwingfestes

Hilfsmittel sind keine erlaubt. Nur mit den bloßen Händen muss es einem Athleten gelingen, den anderen auf den Rücken zu legen. Entsprechend stattlich sind die Schwinger gebaut. Das Durschnittsgewicht liegt bei 105 Kilogramm. In sieben Runden treten die Athleten gegeneinander an, und wer alle sieben Runden „überlebt“, ohne auf dem Rücken zu landen, und die höchste Punktzahl ergattert, auf den wartet das besondere Ereignis: der finale Schlussang.

Der Schlussgang des Eidgenössischen Schwingerfestes ist der krönende Abschluss und findet immer an einem Sonntagmachmittag statt. Der Athlet, der den Schlussgang gewinnt, der ist der König. Aber nicht nur für eine Saison oder bis zum nächsten Schwingfest. Nein, der Königtitelgilt lebenslang.

Der glorreiche Preis

Der Endpreis für den Sieger des Eidgenössischen Schwingfestes ist weder ein Pokal noch eine Siegesprämie. Nein, vielmehr bekommt der König einen lebenden Stier. Der letzte Stier, der an den Schwingerkönig ging, war „Mazot de Cremo“, und war 18.000 Euro wert. Der Sieger hat ihn behalten und ist in die Zucht gegangen, was ihm viel gebracht hat. Reich wird man mit Schwingen sicher nicht. Doch dem König locken jeweils lukrative Werbeverträge, so dass sich das harte Training lohnt.

Schweizerdeutsch und das eidgenössische Schwingfest

Es ist fast obligatorisch, an einem solch typischen Schweizer Event wie dem Schwingfest Schweizerdeutsch zu reden. Darum melde dich noch heute für unseren Online-Kurs an, damit du bis in zwei Jahren richtig fit bist.

Schwingen: der Schweizer Kultsport

Schweizerdeutsch & Schweiz Kommentare

  • 2. Oktober 2020 um 16:14
    Permalink

    Hallo,

    mein Account ist seit 10 Tagen gesperrt und ich erreiche niemanden unter den auffindbaren Emailadressen. Es antwortet mir auch keiner. Passwort Rücksetzen geht auch nicht.

    Hier sollte ein „Systempfleger“ meinen Kommentar lesen und mir helfen können.
    Seit 10 Tagen versuche ich jemanden zu erreichen und unter keiner der 4 Email Adressen antwortet mir niemand. Von der Kreditkarte konntet Ihr auch das Geld innerhalt von 2 Tagen abbuchen.

    Ich möchte mit dem Kurs beginnen oder mein Geld zurück!

    Beste Grüße
    Maximilian König

    Antworten

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