Willkommen beim grössten Schweizerdeutsch Wörterbuch der Welt. Wir haben in den letzten 10 Jahren mehr als 20 000 Wörter gesammelt und in unserem Wörterbuch vereint. Und sie damit die erste Anlaufstelle für wissbegierige Sprachliebhaber, frisch Herangezogene und Sprachforscher zugleich.

Mehr als 2’500 Studenten haben auf schweizerdeutsch-lernen.ch bereits fliessend Schweizerdeutsch sprechen gelernt, und sind von Anfang an erfolgreich in der Schweiz gestartet. Zu unserem Online-Schweizerdeutsch Kurs >>>

 

SchweizerdeutschHochdeutsch
Ankebättler; schwitze wienen AnkebättlerMann der in den Sennhütten Butter zusammenbettelte; heute nur noch in der Ra. "schwitze wienen Ankebättler" gebraucht, was soviel heisst wie: sehr stark schwitzen, übermassig schwitzen usw.
BysluftWird heute noch oftverwendet, wenn die Bise geht. Viele sagen heute aber nur noch Bise.
BysserMundstück (meist verlängert) für die Zigarette (heute kaum mehr gebräuchlich) oder für die Tabakpfeife
Bückling; e Bückling / Bücklig machehier: Frühere und andernorts (auch heute noch) Ehrenbezeigung durch mehr oder weniger tiefe Verbeugung; Ra. für: devotes Verhalten, zwecks Unterwerfung, oder um sich einzuschmeicheln
Chränz; id Chränz cho Kränze; Ra. (immer im Pl.) für: Erfolg (auch bildl.) haben, in die Kranzränge (heute svw. Medaillen-Ränge) vorstossen, bzw. kommen; Kränze erhält man zB. beim Schwingen (e Chranzschwinger), ab einer bestimmten Platzierung oder beim Schiessen (heute: Kranzabzeichen) ab einer bestimmten Punktezahl
ChrüschSpreu, (Vorschlag: heute aber auch: Gas geben, voll Chrüsch gää = Vollgas geben, mit Höchstgeschwindigkeit fahren)
Chutte; e (um ne) Chutte cheuterhier Ra. für: eine Einheit (soviel kälter, als das Ausziehen des Rocks ausmacht) kälter. Geht auch umgekehrt!
Chuze (m.)Früher, zB. im Kriegsfall, ein Holzstoss, der an einer von weit her einsehbaren Stelle angezündet wurde, um so Alarmsignale weiterzugegeben. Heute nur noch als Flur(Hügel-)name.
ChärderRegenwurm. Ist im Kandertal heute noch gebräuchlich (Das ä ein wenig dehnen).
Fade, z fade schlahMit billigem Faden und groben Stichen provisorisch zusammenfügen, zusammenheften. Heute allgemein für eine provisorische Vorbereitung.
FleischvoguFleischvogel. Fleischvögel sind eine gänzlich federlose Fleischspeise. Sie bestehen in der Regel aus einem Rind- oder heute seltener aus einem Kalbfleischplätzli, das zusammen mit einer Füllung gerollt und anschliessend zu einem Päckli gebunden wird.
Gascho (s.)Kiste (f. Früchte, Gemüse, Getränkeflaschen usw.), früher aus Holz, heute auch aus Metall, bzw. Draht, oder Plastik.
Ggywyyw (n.)(franz.: Quivive; eigentlich: qui vive?) 1. heute noch Ra. für: „Auf dem Quivive sein!“, was so viel bedeutet wie: auf der Hut sein, aufpassen, aufmerksam oder auch besonders gut informiert sein usw. 2. einst: Frage von franz. Wachsoldaten nach der vereinbarten Parole
GiritziSeemöve (in den Gemeinden am Bielersee bezeichnen noch heute die älteren Einwohner die Möven mit «Giritzi»
Griffu / Griffel (m.)Ein Griffel (v. griech.: grapheion, Schreibgerät) ist ein (auch kreideähnlicher) Stift zur Beschriftung einer Schiefertafel oder Wachstafel. Wird z.T. heute noch beim Jassen gebraucht. Viele Werkzeuge, die die Oberfläche eines Werkstücks ritzen, werden Griffel genannt.
HenechHeute Abend
Himufartsbiljee / Himelfartsbiljeemilit. Erkennungsmarke (heute: Grabstein)
Hinech, HinechtHeute Abend
HinächHeute Abend
Huscheli, Huschi (n.)1. unordentliches oder beschränktes Geschöpf. Heute vor allem ironisch benutzt (du arms Huscheli). 2. Früher abwertend, auch für Schlampe, Hure.
LangnouerIn den sechziger Jahren Ausdruck für Schwuler. Heute auch noch?
Lehrgäld / LehrgäutKosten der Ausbildung, bzw. der Lehre, die man früher für gewisse Berufe noch bezahlen musste. Heute svw. Schulgeld (für Weiterbildung usw.).
Lei (f.); lei haute, lei lougneArt, Gattung; heute nur noch in den Ra. "Lei halte", bzw. "Lei lougne": Im Kartenspiel die gleiche Sorte Karten ausspielen, nicht untertrumpfen usw., bzw. allg. mitmachem (zB. auch mit Geld), sich zu jmd. bekennen, oder eben im negativen Fall die Farbe verleugnen, etwas ableugnen, jmd. im Stich oder hängen lassen usw.
Lychebitter (m.); Lychebittermyne (f.)(alt) Leichenbitter, heute: Bestatter; trauriges Gesicht (machen) http://pfgsstamkyba.com/xrZnaY vpsbxxhucpmf, [url=http://ljsdmugaktmm.com/]ljsdmugaktmm[/url], [link=http://qimhcjusvllc.com/]qimhcjusvllc[/link], http://cmrmcguzroev.com/
Mohregring (m.)heute politisch vielleicht nicht mehr sehr korrekte Bezeichung für ein leckeres Patisseriestück (mit Schokoladeüberzug und Cremefüllung zwischen zwei runden Biskuits)
Montur, Mondur, Mundur (f.)früher für Militäruniform, heute für alle Arten von Kleidung, inkl. Zubehör, gebräuchlich.
PeyeresuDepp (?) Die Herkunft und auch die Bedeutung dieses Ausdrucks, auch in Zusammenfassungen, ist ungewiss. Es scheint eine Art "Selbstläufer" zu sein, der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch die Firma Peyer Transporte in Niederwangen in die Welt gesetzt wurde und sich bis heute gehalten hat. So ähnlich, wie der Wolpertinger in Bayern, von dem auch niemand weiss, was es eigentlich ist.
PöschtliPostauto bzw. früher Postkutsche. Alt, heute kaum mehr im Gebrauch. Neue Version: «Poschi»
Scheum / Schelm (m.)Schalk, Schäker, Spitzbube; wird heute vielerorts auch noch im Sinn von Dieb gebraucht
Schund1. Allotria, Unsinn "... du trybsch nume Schund mit mer!" 2. Schund (Beliebter Ausdruck von Lehrern und Erziehern in den Fünfzigerjahren. Eine genaue Definition dafür konnte mir jedoch bis heute noch niemand liefern)
SchüpongEigentlich Frauenunterrock heute auch generell für Rock. Kommt vermutlich vom französischen Jupe.
Seckumeischter (m.)1. (alt) Finanzminister im alten Bern 2. heute allg. für: Kassier, Schatzmeister usw.
Stecklüti (n.)Kinderstreich oder Gemeinheit; der gedrückte Knopf einer Hausglocke wird mit einem Streichholz (o.ä.) so verklemmt, dass nicht nur die Glocke dauernd läutet, sondern, dass die u.U. alte Person fünf oder mehr Stockwerke hinuntersteigen (früher, heute gibt es Lift) musste, um den Knopf wieder zu lösen.
TrüeuWeinpresse. Früher mit Flaschenzug, heute elektrisch. Le treuil: der Flaschenzug
Wauz / Walz (f.); uf d Wauz gaa(einst) die Wanderjahre, auch als Walz, Tippelei oder Gesellenwanderung bezeichnet, beziehen sich auf die Wanderschaft zünftiger (Handwerker-)Gesellen; heute Ra. für: um die Häuser ziehen, auf eine Tour gehen, den Chehr machen usw.
Weiselerehem. burgerliches Waisenhaus in Bern, heute Jugendwohnheim Schosshalde
Wyb (n.); Wyber (plur.)Frau (verächtlich; heute gar beschimpfend). Auch in Zss. Wybervouch, Souwyber, Wöschwyber usw.
WänteleburgArmeleutehaus in Bern (alt), heute auch generell für schmutziges, heruntergekommenes Hotel oder Haus. Wörtlich: «Wanzenburg»
Zimmermeitschifrüher: Zimmermädchen zB. in Hotels, heute: Raumpflegerin u.ä.
Zygüner1. alt für: Zigeuner, Fahrender; heute: Roma; 2. scherzh. Bezeichnung für einen Menschen, der ständig auf Achse ist
Zäni; das isch de ds Zäni!svw. Note zehn, das Maximum, das Grösste usw.; heute: das ist mega, der Hit, oberaffengeil usw.
e Chutte cheutereben, so viel kälter, dass man eine Jacke anziehen muss...
endlefi, englefielf (Uhr): alt, heute praktisch nur noch als Zeitangabe gebraucht
flohne1. Flöhe fangen (heute eher selten!) 2. nichts tun, müssig sein, chillen usw.
geil1. (früher): ausschliesslich Bezeichnung für sexuelle Begierde 2. (heute): Universal-Akjektiv im gesamten deutschsprachigen Raum für alles, was irgendwie erstrebenswert, wünschenswert, anmachend, super, maximal usw. ist, oder sein könnte. Oft auch in Kombination mit anderen Worten: obergeil, affegeil, cholegeil, megageil usw.
heuteEtwas schief stelle, ein Gefässschief halten so, dass es fast aus leert
heuteschräg halten, in Schräglage sein, zu kippen drohen
heuteschräg stellen, neigen
heutäSchräglage von Örtlichkeiten. Oder z.B bei einer unkontrollierten fahrt (Es het äi Wäg umä gheutet)
hinechheute Abend
hütt; hütt no!heute; heute noch, auch Ra. für: nicht einschlafen, vorwärtsmachen usw.
ieu / yeu(einer der letzten heute noch gebräuchlichen Ausdrücke aus dem Mattenenglisch): ja
lätz; hüt mit em lätze Scheiche zum Näscht usfam. für heute schlecht gelaunt, heute mit dem linken Fuss zuerst aus dem Bett gestiegen
morn; übermornmorgen (im Sinn von: gestern - heute - morgen); übermorgen
pfyle; umepfylesich sehr schnell (pfeilschnell) bewegen; heute etwa im Sinn von rumdüsen, umherrasen usw.
püschele Ursprünglisch zu einem Büschel, Sträusschen anordnen. Heute generell (an-)ordnen, zurechtlegen, herrichten usw.
scharwänzlejemandem denn Hof machen oder jemandem schmeicheln (heute: anschleimen)
tschent1. schön (alt) 2. heute eher toll, super

 

 

Welche Dialekte gibt es?

Üblicherweise werden die Dialekte nach den jeweiligen Kantonen gegliedert; man unterscheidet so unter anderem Baseldeutsch, Berndeutsch, Zürichdeutsch, Solothurnerdeutsch, Senslerisch, Urnerdeutsch, Glarnerdeutsch, Walliserdeutsch, Bündnerdeutsch, Appenzellerdeutsch oder St.-Galler-Deutsch. Dialektologisch gesehen treffen diese Charakterisierungen nur in Einzelfällen wirklich zu. So bilden etwa Berndeutsch, St.-Galler-Deutsch oder Bündnerdeutsch keineswegs Einheiten, und umgekehrt sind die Unterschiede zwischen z. B. nördlichem St.-Galler-Deutsch, Thurgauerdeutsch und Schaffhauserdeutsch sehr gering. Ohnehin findet sich nur in wenigen Fällen ein Merkmal, das nur in einer bestimmten Region vorkommt und sie von allen anderen abgrenzen würde.

Wortbildung

Das Schweizerdeutsche hat einige typische Eigenheiten der Wortbildung, die in anderen deutschen Dialekten kaum vorkommen.
Bekannt sind vor allem die Verkleinerungsformen die auf „-li“ enden. Oft existieren von einem Begriff verschiedne Varianten wie z. B. Hündli, Hündeli und Hundeli (kleiner Hund). Nicht jeder Begriff der auf „-li“ endet, ist aber automatisch eine Verkleinerungsform. Das Müesli (Frühstücksflocken auf Haferflockenbasis) ist nicht die Verkleinerung von Mues (Mus), Rüebli (Karotte) nicht die Verkleinerung von Rüebe (Speiserübe) und Gipfeli (Croissant) nicht die Verkleinerung von Gipfel (bspw. Berggipfel).

Es gibt im Schweizerdeutschen auch Verben in Verkleinerungsform, die auf „-ele“ enden. Diese werden vor allem im Kontext mit Kindern verwendet, wie zum Beispiele schlääffele für schlaaffe (schlafen), was niedlicher tönt. Es gibt aber auch eher abwertende Verkleinerungsformen. Schäffele statt schaffe (arbeiten) ist so eine. Auch für gemütliche, ausgedehnte Tätigkeit wie käfele (von Kaffee trinken) oder zmörgele (von Zmorge Frühstück) wird Endung auf „-ele“ gerne gebraucht.

Typisch für das Schweizerdeutsche sind aus dem Verb gebildete Täterbezeichnungen auf „-i“, wie Laferi von lafere (weitschweifig reden) oder Plagööri von plagiere (prahlen).
Um einen Vorgang auszudrücken, wird die Endung „-ete“ verwendet, z. B. Truckete (Gedränge) von trucke (drängeln) oder Züglete (Umzug) von zügle (umziehen). Einige dieser Begriffe haben sich konkretisiert, z. B. Lismete (Strickzeug) von lisme (stricken) oder Metzgete (Schlachtplatte) von metzge (schlachten).

Unser Bestseller-Buch, nur für dich: Schweizerdeutsch in 30 Tagen.

Schweizerdeutsch in 30 Tagen - das BuchUnterhaltsam, einfach verständlich und effektiv TYPISCH SCHWEIZ 🇨🇭.
Im Bestseller-Buch Schweizerdeutsch in 30 Tagen lernst du die wichtigsten Vokabeln und Grammatik, begleitest uns bei den typischen Alltagssituationen und es gibt die essenziellen Tipps, wie du in der Schweiz schnell Freunde findest und dich perfekt integrieren kannst.

Es verhebt imfall, auf zu Amazon!

Wortherkunft und Ursprung Schweizerischer Wörter

Im Schweizerdeutschen gibt es sehr viele französische und italienische Lehnwörter. Dies führt oft zu Missverständnissen bei Personen, die keinen alemannischen Dialekt verstehen. Eine Auswahl solch typischer Wörtern und von Ausdrück ist in der folgenden Liste zu finden. (Es steht jeweils zuerst das schweizerdeutsche Wort bzw. der schweizerdeutsche Ausdruck, teilweise mit regionalen Varianten.)

#1 Schweizerdeutsch Wörterbuch mit Audio

52 Gedanken zu „#1 Schweizerdeutsch Wörterbuch mit Audio

Kommentare sind geschlossen.