Steuern werden in der Schweiz auf drei Ebenen erhoben. Der Bund erhebt Steuern auf das Einkommen. Für diese Bundessteuer gibt es einen für die Schweiz einheitlichen Steuersatz. Die 26 Kantone und die rund 2‘400 Gemeinden erheben Steuern ebenfalls auf das Einkommen und zusätzlich auf das Vermögen. In den Kantonen und Gemeinden variieren die Steuersätze, was typisch ist für die föderalistische Struktur der Schweiz.

Die Höhe der Steuern ist deshalb auch abhängig vom Wohnort der steuerpflichtigen Person. Im Kanton Zürich kann die Steuerbelastung innerhalb der Schweiz und im internationalen Vergleich als moderat bezeichnet werden.

 

Die steuergünstigsten Gemeinden sind bläulich eingefärbt
Die steuergünstigsten Gemeinden sind dunkengrün eingefärbt

Wer muss Quellensteuer zahlen?

Die Einkünfte ausländischer Arbeitnehmenden unterliegen der Quellensteuer (unter anderem alle Einwanderer mit dem L und dem B-Ausweis). Ausländische Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und einer Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) deklarieren ihr Einkommen und Vermögen hingegen mit der normalen Steuererklärung.

Die Höhe der Quellensteuer hängt einzig und allein vom Kanton des Wohnortes ab. Für alle, die nicht mehr quellensteuerpflichtig sind und mit den Schweizern steuerlich gleich behandelt werden,  zählt zusätzlich dazu die Wohngemeinde. Das tönt zwar sehr ähnlich, kann in der Praxis aber zu erheblichen steuerlichen Unterschieden führen, weil alle Gemeinden und Kantone im ständigen Steuerwettbewerb stehen. Hier kann es sich besonders lohnen, den Arbeitgeber oder einen Steuerberater zu befragen – vor allem im ersten und zweiten Jahr der Anreise.

Quellensteuerpflichtig sind in der Regel alle ausländischen Arbeitnehmer ohne C-Ausweis, die ein Jahreseinkommen von weniger als 120’000 Franken brutto erzielen. Die Quellensteuer wird vom Arbeitgeber direkt an das Schweizerische Finanzamt überwiesen, was es für den Arbeitnehmer deutlich vereinfacht. So hat man es deutlich einfacher, und muss sich nicht gleich von Anfang an mit einer komplizierten Steuererklärung beschäftigen.

Wer mehr als 120’000 Franken brutto im Jahr verdient, muss zusätzlich eine Steuererklärung abliefern. Die genaue Einkommensgrenze variiert von Kanton zu Kanton. Auch hier lohnt es sich, beim Steueramt, Arbeitgeber oder Kreisbüro nachzufragen.

Schweizer Staatsbürger oder ausländische Arbeitnehmer mit Ausweis C reichen am Anfang des Jahres eine Steuererklärung für das vorhergehende Jahr ein. Sie zahlen dann ihre Steuern für das vergangene Jahr und einen Vorschuss für das aktuelle Jahr. Dies kann im Ganzen oder in Raten geschehen. Daher sollte man, sobald man nicht mehr quellensteuerpflichtig ist, im Laufe des Jahres Rücklagen bilden, um diese Rechnung gut begleichen zu können.

 

Steuern werden in der Schweiz auf drei Ebenen erhoben: Bund, Kanton und Gemeinde.

Vermögenssteuer

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in der Schweiz seit jeher eine Vermögenssteuer. Diese bewegt sich im Promillebereich und ist bis auf wenige Ausnahmen progressiv. Je nach Kanton gibt es zusätzlich je nach Familienstand und Anzahl der Kinder Freibeträge. Über den genauen Steuersatz kann man sich bei der kantonalen Steuerbehörde informieren.

 

Kapitalertragssteuer

Eine Kapitalertragssteuer wie in Deutschland und Österreich gibt es nicht. Es gibt allerdings einen Mechanismus, der Steuerhinterziehung vermeiden soll: Alle Schweizerischen Banken sind dazu verpflichtet, 35 % aller Kapitalerträge (Kursgewinne, Dividenden, Zinsen, …) als Verrechnungssteuer abzuführen. Diese kann man bei der Steuererklärung unter Angabe seines Vermögens wieder komplett  zurückfordern.

 

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Quellensteuer und Vermögenssteuer in der Schweiz

4 Gedanken zu „Quellensteuer und Vermögenssteuer in der Schweiz

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