Nötzt’s nüt, so schadt’s nüt: lustiges Schweizerdeutsch

Du sitzt gemütlich am See und beobachtest eine Mutter mit ihrem kleinen Mädchen. „Es Enteli“, „es Schiffli“, „es Vögeli“, „es Blüemli“, „es „Steinli“ hörst du die Frau erklären. „Okay“, denkst du dir, „Schweizerdeutsch ist überhaupt nicht schwer, man hängt einfach an jedes Wort ein -li an und macht aus a, o oder u die Buchstaben ä, ö und ü.“ Du bildest im Geiste gleich selbst einen Satz: „In der Schweizli habe ich nette Schweizerli getroffen, die mir Schokoladeli und Eisli aus Milchli von Schweizer Kühli angeboten haben.“ Wir müssen dich enttäuschen, ein bisschen komplizierter ist unsere Sprache schon. Hier „es paar Müschterli“ oder eben ein paar Beispiele:

Leider ist es nicht einfach ein Schweizer "Chüeli" | pexels.com
Leider ist es nicht einfach ein Schweizer „Chüeli“ | pexels.com

Vo Chind, Luuszäpfli ond Goofe

Ja, die lieben Kinder sind nicht immer ganz so brav, wie Mami und Papi es gern hätten. Dann werden sie schon mal „Luusmeitli“ und „Luusbueb“ genannt und wer es gar abschätzig meint, bezeichnet sie als „Goofe“. Kleine Jungs werden manchmal „Pfüderi“ gerufen und wenn sie richtig wild werden, sind sie „es Fägnäscht“. Da geht man dann am besten mit ihnen „use“ auf den Spielplatz. Kinder lieben das „Ritiseili“ und die „Gigampfi“ bzw. die Schaukel und die Wippe. Vielleicht spielen sie auch Fussball oder im Sandkasten, auf Schweizerdeutsch „tschute“ oder „sändele“ sie dann ganz einfach.

Babys brauchen unbedingt „e Nuggi“ und „e Schoppe“, denn ohne Schnuller und Fläschchen geht gar nichts. Und manch eines hängt an seinem „Noschi“, was einem Spucktuch entspricht. In der Nacht beim „Schlöfele“ oder „Pfuuse“ dürfen das „Bäbi“ oder „Stoffbüsi“ nicht fehlen, denn ohne Puppe oder Stoffkätzchen schläft das Kind erst gar nicht ein. Tagsüber krabbeln die Kleinen herum, kichern und übergeben sich auch mal, das heisst, in der Schweiz „schnogge“, „gigele“ und „chörble“ oder „chötzle“ sie in diesem Fall. Traurige Kinder „gränne“, „zänne“, „lätsche“ oder „briege“. Das ist je nach Kanton etwas unterschiedlich. Am besten tröstet man sie dann mit einem „Schöggeli“, womit wir beim nächsten Thema wären.

 

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Miuch, Möuch, Müuch, Melch oder Milch?

Was denn jetzt? Dir fällt ein, dass es in der Schweiz ja unterschiedliche Dialekte gibt. Aber sei beruhigt, wenn du einen davon sprichst, wirst du meistens auch in anderen Kantonen verstanden. Viele Wörter wie „Schoggi“ oder „Glace“ klingen überall etwa gleich und sind den Begriffen „Schokolade“ und „Speiseeis“ unbedingt vorzuziehen. „Zeltli“ sind übrigens keine kleinen Zelte, sondern „Täfeli“ oder „Zückerli“, also Bonbons. Zum „Zmorge“ essen die Schweizer „Konfi“, „Anke“, „Gipfeli“, „Weggli“ oder „Mutschli“ und auch mal Rösti. Es gibt also Marmelade und Butter zu Croissants oder Brötchen. Rösti ist ein Schweizer Kartoffelgericht, das „Rööschti!“ gesprochen wird. Wer vor dem Zubettgehen noch etwas isst, nimmt ein „Bettmümpfeli“. Zwischen den Mahlzeiten schmeckt vielen ein „Chätschgummi“, denn Kaugummi Kauen „stellt uf“.

Chätschisch amigs au e Chätschgummi? | Bildquelle: pexels.com
Chätschisch amigs au e Chätschgummi? | Bildquelle: pexels.com

Wenn du mit jemandem Kaffee trinken gehst, dann „käfelet“ ihr. Und das Leitungswasser dazu nennt sich „Hahnewasser“. Auch wenn es jetzt in deinem Kopf laut „kikeriki“ schreit, gemeint ist der Wasserhahn, nicht das Tier, denn das nennt sich „Güggel“. Wenn du „Kafi“ nicht gern hast, kannst du auch ein „Münzetee“ bestellen, falls du Pfefferminze magst. Hast du zusätzlich Lust auf etwas Süsses, bist du vielleicht versucht, so ein „Chäschüechli“ mit „Nidle“ zu bestellen. Vergiss es! Diese kleinen Käsekuchen sind herzhafte Gebäcke aus Teig und einer Käsemischung, da passt Sahne dann wirklich nicht dazu. Und falls du in der „Beiz“ ein „Kafi Träsch“ oder sonst etwas Alkoholisches getrunken hast, solltest du „din Charä“ stehen lassen. Andernfalls lässt dich die Polizei vielleicht „bloose“ und du könntest „s Billett abgäh“. Tja, auch in der Schweiz musst du pusten und bist den Führerschein los, wenn du zu viel Promille im Blut hast.

Gehst du auch regelmässig go "käffele"? | Bildquelle: pexels.com
Gehst du auch regelmässig go „käffele“? | Bildquelle: pexels.com

Underwägs

In der Schweiz sind wir auch gerne mit „Töff“, „Töffli“ oder „Velo“ unterwegs, je nachdem, ob wir Motorrad, Mofa oder Fahrrad vorziehen. Übrigens darf man mit diesen Fahrzeugen nicht auf dem Trottoir fahren, der Bürgersteig ist den Fussgängern vorbehalten. Andernfalls könnte es zu eng werden und es gibt „es Gmoscht“. Bei schwülem Wetter sagen die Schweizer: „S esch töppig“. Dann gehen sie am liebsten in die „Badi“, denn so ein Wort wie Schwimmbad ist ihnen viel zu lang bei dem warmen Wetter. Wenn dann plötzlich ein Gewitter aufzieht und es „chüblet“ oder „seicht“, können sich ganz schnell „Glumpe“ bilden. Falls der Schweizer in eine dieser Pfützen treten sollte, könnte ihm schon einmal ein Fluch wie „gopferdammi“, „gopfridstutz“ oder „hure Schiissdräck“ entweichen. Und nein, tut uns leid, aber diese Wörter werden wir hier nicht übersetzen. Glaub uns, du wirst selbst noch dahinter kommen.

S hät solangs hät

Vielleicht hast du eines Tages das Bedürfnis zum „Lädele“. Shoppen kannst du in der Schweiz richtig gut. Vielleicht solltest du vorher aber noch wissen, dass „Münz“ unser Kleingeld ist und mit „Füflieber“ unser Fünffrankenstück gemeint ist. Am besten fragst du jemanden, ob er mitkommt. Du kannst einfach „essemessle“, also simsen. Als Frau brauchst du vielleicht einen „Jupe“ und „Stöggelischue“, also einen Rock und hochhackige Schuhe. Als Mann ist dir sicher mit einem „Hömli“ gedient. Denk aber daran, dass du zum Hemdenbügeln ein „Glettise“ brauchst. Bevor du zu Hause losgehst, musst du dir bei kühlerem Wetter noch „de Tschoope“ überziehen. So wird bei uns eine Jacke etwas salopp genannt. Falls dich mal ein „Nasebög“ beim Atmen stört, bitte nicht popeln, wisch ihn doch einfach unauffällig mit dem „Schnudderlompe“ weg.

De Schneller esch de Gschwinder

Falls du Lust auf mehr bekommen hast oder dich fragst, was es mit dem -li aus der Einleitung auf sich hat, lass dich von uns beraten. Vielleicht ist ja ein Sprachkurs oder eines unserer Bücher genau das Richtige für dich. Auf jeden Fall gibt es noch ganz viele lustige Wörtchen zu lernen. Oder weisst du etwa schon, was „Güselchübel“, „Öpfubitschgi“, „Plagöri“ oder „Heugömper“ bedeutet. Auwää!

 

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Lustige Schweizerdeutsche Wörter

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