Sie möchten Ihren Urlaub nutzen, um Freunde in „dr Schwiiz“ (dt.: der Schweiz) zu besuchen? Dass die geplante Reise der erste Aufenthalt in dem fremden Land ist, bereitet Ihnen zunächst keine Sorgen? Trotzdem sollten Sie ein paar Manieren beherrschen, denn falsche Umgangsformen können den Urlaub verderben. An dieser Stelle sei bereits angemerkt, dass Sie in die „Ferien“ und nicht in den „Urlaub“ fahren. Die Schweizer Ausdrucksweise kennt nämlich ihre eigenen Regeln. Damit Sie einen guten Eindruck machen, hilft dieser kleine Kniggenguide.

Kniggen – Böse Überraschung

Schweizer Kniggen - Anrufen vor Treffen
Anrufen vor dem Treffen

Sie haben Ihre Freunde so lange nicht mehr gesehen und freuen sich schon auf deren Gesichter, wenn Sie unerwartet vor der Tür stehen? Dieser gut gemeinte Überraschungseffekt wird wahrscheinlich „s Gegeteil“ (dt.: das Gegenteil) bewirken. In der Schweiz fragt man zuvor telefonisch, ob ein Besuch gelegen kommt.

Merke: Gib zuerst Bescheid, bevor du vorbeischaust.

Grüezi!

Bestimmt sorgt die Kommunikation immer wieder für lustige Momente in Ihrer Freundschaft. Es klingt einfach niedlich, wenn Ihre Bekannten an jedes Wort ein „-li“ anhängen. Schweizer finden es leider gar nicht lustig, wenn man ihre Sprache belächelt. Am besten Sie eignen sich das Schweizerdeutsch an (ja, wir sind der richtige Ansprechpartner dafür). Doch Obacht vor falscher Verwendung, Unwissenheit wird schnell als Beleidigung aufgefasst.
Zur Begrüßung ist der Handschlag üblich. Frauen tauschen sowohl untereinander, als auch mit Männern Küsschen auf die Wangen aus. Unbekannte grüßen Sie mit einem „Grüezi“, wobei die Betonung unbedingt auf dem E liegt. Vertraute Personen werden mit einem „Hoi“ begrüßt. Wählen Sie zur Verabschiedung ein „Adieu“ oder „Ade“ statt eines „Tschüss“.

Merke: In der Schweiz spricht man Schweizerdeutsch

Ordnung steht an erster Stelle

Manieren am Esstisch
Manieren am Esstisch

Ihre Freuden haben Sie zum Grillieren eingeladen, verlangen jedoch, dass Sie Ihr Fleisch selbst mitbringen? Das ist keineswegs unhöflich gemeint, sondern in der Schweiz Gang und Gäbe. Erscheinen Sie unbedingt pünktlich zum „Ässä“ (dt.: Essen). Auch wenn Sie sich so lange nicht gesehen haben und es eine Menge zu berichten gibt, sollten Sie nicht pausenlos erzählen, sondern Ihren gegenüber auch zu Wort kommen lassen. Überdies sollten Sie im Zuge Ihrer guten Laune auch die Tischmanieren nicht vernachlässigen. Ein Windstoß weht eine Serviette vom Tisch, Ihr Sohn schmiert mit der Grillsoße. Das ist bei Schweizern nicht gerne gesehen, sie lieben Ordnung und Sauberkeit.

Merke: Ein Schweizer achtet auf Ordnung und Sauberkeit

Nehmen Sie es mit Humor

Plötzlich macht Ihr Bekannter eine Bemerkung, die anscheinend lustig sein soll. Obwohl Sie eigentlich nicht darüber lachen können, sollten Sie genau das tun. Der Schweizer Humor hat einen Hang zum Schwarzen und ihm sollte stets „Beachtig“ (dt.: Beachtung) geschenkt werden. Denn das Abwerten eines witzigen Spruches findet Ihr Freund gar nicht lustig.

Merke: Schmunzle lieber einmal zu viel als einmal zu wenig

Andere Länder, andere Sitten

Um den Tag ausklingen zu lassen, schlagen Sie vor, in ein Restaurant zu gehen. Fragen Sie im Sommer nie, ob Ihre Freunde Lust auf ein landestypisches Käsefondue haben. Diese Spezialität wird ausschließlich in der kalten Jahreszeit aufgetischt. Falls dieses Gericht verzehrt wird, existiert in der Schweiz der Brauch, dass ein Mann, dem Brot ins Fondue fällt, ein Getränk ausgibt. Eine Frau macht das Missgeschick mit einem Kuss wieder gut.

Ein Schweizer Müäsli
Ein Schweizer Müäsli

Generell wird Höflichkeit sehr groß geschrieben. Bei dem beliebten Apéro gehört es sich mit jedem einzelnen anzustoßen und ihn dabei direkt anzuschauen. Leider schmecken die kleinen Häppchen Ihrem Sohn nicht. Er möchte lieber etwas Leichtes zu sich nehmen, ein Müsli wäre genau das richtige. Wundern Sie sich bei dieser Bestellung nicht über ein Stirnrunzeln des Kellners, denn „Müsli“ bedeutet „kleine Maus“. Ein „Müäsli“ dürfte Ihrem Sohn besser schmecken.

Hüten Sie sich, die Schweiz nicht als eigenständiges Land anzuerkennen. Das Land im eigentlichen Sinne der EU anzurechnen, gibt sogleich Minuspunkte. Wenn Sie jedoch Hintergrundwissen in Bereichen wie Politik ins Gespräch einfließen lassen, wirken Sie sofort sympathisch.

Beachten Sie beim auswärtigen Essen, dass Trinkgeld nicht nur höflich ist, sondern erwartet wird. Fragt Ihr Freund nach einem gelungenen Abend: „Das war sehr lecker, oder?“, erwartet er darauf keine Antwort. Nehmen Sie Fragen, die mit „oder“ enden, als ganz normale Aussagen auf.

Merke: Die Schweiz gehört NICHT zur EU! Das ist ein beliebtes Stammtischthema

Doch ins Fettnäpfchen getreten?

Falls Ihnen doch ein paar unangenehme Situationen unterlaufen sind, haben Sie am nächsten Tag die Möglichkeit, sich wieder ins rechte Licht zu rücken. Ein Anruf mit einer Danksagung sowie einem Lob für den vergangenen Tag gehören zur guten Umgangsform. Sollte das schlechte Gewissen noch immer an Ihnen nagen, laden Sie Ihre Freunde am besten auf einen „Kafi“ (dt.: Kaffee) ein. Mit dieser Geste machen Sie in der Schweiz garantiert nichts falsch.

Merke: Lade öfters mal deine Freunde zum Kaffee ein

Fazit – Kniggen in der Schweiz

Die Schweiz ist ein Land wie jedes andere und auch wir haben unsere Eigenheiten. Damit dir das ganze leichter fällt haben wir auf unserer Website diverse Artikel über so ziemlich alles, was du wissen musst. Dir fehlt etwas? Schreib uns eine Nachricht, wir helfen dir gerne.

Sehr wichtig in dem ganzen Prozess der Integration und unserem Land ist natürlich auch das Schweizerdeutsch. Wir bieten mit unserem Kurs die einmalige Möglichkeit das Land und die Sprache kennen zu lernen. Tritt unserer Community bei und schon bald bist auch du der Experte:

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Vokabular-Liste

 

Schweizerdeutsch Hochdeutsch
1 dr Schwiiz der Schweiz
2 Feriä Urlaub
3 s Gegeteil das Gegenteil
4 Grüezi Übliche Schweizerdeutsche Begrüssung
5 Adieu, Ade, Tschüss Schweizerdeutsche Verabschiedungen
6 Ässä Essen
7 Beachtig Beachtung
8 Müäsli Ein Müsli (Gericht)
9 Müsli Eine kleine Maus
10 Kafi Kaffee

 

Kniggen für die Schweiz

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