In der Bodenseeregion oder im Breisgau gibt es viele tausend Grenzgänger, also Personen, die in Deutschland leben und in der Schweiz arbeiten. Dieses Modell verbindet das Beste aus zwei Welten. In der Schweiz sind die Löhne höher und die Steuern und Sozialabgaben tiefer, als in Deutschland. Gleichzeitig profitieren Grenzgänger von den geringeren Mieten und den deutlich niedrigeren sonstigen Lebenshaltungskosten auf der deutschen Seite der Grenze.

Wer kann Grenzgänger werden?

Deutsche Staatsbürger sowie andere Personen, die Bürgerin oder Bürger eines EU- oder EFTA-Staates sind, dürfen in der Schweiz eine abhängige Beschäftigung aufnehmen. Um sich als Grenzgänger zu qualifizieren, müssen sie zudem in der Grenzzone wohnen und regelmäßig nach Feierabend an ihren, aus Schweizer Sicht, ausländischen Wohnort zurückkehren.

Grenzgänger pendeln für den Arbeitsplatz zwischen Ländern
Grenzgänger pendeln für den Arbeitsplatz zwischen Ländern

Welche Formalitäten müssen Sie erfüllen?

Grenzgängerausweis G
Grenzgängerausweis G

Um eine Grenzgängerbewilligung beantragen zu können, benötigen Sie zunächst einen Arbeitsvertrag mit einem Schweizer Unternehmen. Nach Abschluss des Vertrages müssen entweder Sie oder Ihr Arbeitgeber ein Bewilligungsgesuch für einen sogenannten Ausweis G (Grenzgänger) beantragen. Für die Erteilung der Bewilligung sind die Kantone, in manchen Kantonen die Städte und Gemeinden, zuständig. Das Prozedere ist deshalb schweizweit nicht einheitlich, aber doch sehr ähnlich geregelt.

Die zuständige Behörde ist in der Regel das Migrationsamt, manche Kommunen haben stattdessen eine Fremdenpolizei. Das Formular, das Sie für die Beantragung einer Grenzgängerbewilligung ausfüllen müssen, finden Sie auf der Homepage der zuständigen Behörde, meist erhalten Sie es aber bereits von Ihrem Arbeitgeber gemeinsam mit dem Arbeitsvertrag zugesandt.
In der Regel muss das Formular gemeinsam mit Kopie des Arbeitsvertrages, einer Meldebescheinigung ihrer deutschen Wohnsitzgemeinde im Grenzgebiet sowie einem Passfoto eingereicht werden. Die Bearbeitung dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. Die Grenzgängerbewilligung wird dann meist an dern Arbeitgeber gesandt, der Sie Ihnen aushändigt.

In den meisten Kantonen bzw. Gemeinden muss das Beschäftigungsverhältnis vor Stellenantritt an die Migrationsbehörde gemeldet werden, wofür der Arbeitgeber zuständig ist. Außerdem muss der Grenzgängerausweis in aller Regel vor Stellenantritt beantragt werden, die Bewilligung selbst kann in vielen Kommunen nachträglich erfolgen. Ein Stellenantritt ist deshalb auch kurzfristig möglich. Sobald feststeht, in welchem Kanton bzw. welcher Gemeinde Sie arbeiten wollen, sollten Sie sich zeitnah mit der zuständigen Behörde in Verbindung setzen und die Details erfragen. Die meisten Migrationsämter haben eine Homepage, auf der die wichtigsten Fragen beantwortet werden. Sie erteilen außerdem Auskünfte per Telefon oder per E-Mail.

Sofern Sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag abgeschlossen haben, gilt die Grenzgängerbewilligung fünf Jahre und kann danach verlängert werden.

Welche Gebiete zählen zur Grenzregion?

Wie oben schon erläutert, müssen Sie als Grenzgänger im Grenzgebiet leben und dies auch durch eine Meldebescheinigung der deutschen Gemeinde nachweisen. Was zum Grenzgebiet gehört, legt jeder Schweizer Kanton, in manchen Kantonen auch die Städte und Gemeinden, selbst fest. Meist deckt das Grenzgebiet einen Umkreis von 100 bis 150 Kilometer ab. Wer in Konstanz wohnt, kann zum Beispiel Grenzgänger nach Zürich sein, jedoch nicht nach Bern.

Welche Steuern und Sozialabgaben werden fällig?

Wenn Sie in der Schweiz abhängig Beschäftigt sind, werden Sozialabgaben erhoben. Zu den wichtigsten Abgaben zählen die Beiträge zur AHV, bei denen es sich um die Grundversicherung für Alter und Arbeitsunfähigkeit (Invalidität) handelt. Der Beitragssatz beträgt derzeit 5,15%. Hinzu kommt die ALV (Arbeitslosenversicherung) mit 1,10% sowie die der Beitrag zur Pensionskasse mit 3% bis 9%.

Die Pensionskasse ist eine Schweizer Besonderheit. Die Beiträge sollen eine Altersrente garantieren, die über die Grundsicherung hinausgeht. Sofern Sie die Schweiz wieder verlassen, können Sie sich das sogenannte „Überobligatorium“, das ist der Betrag, der über den Mindestbeitrag hinausgeht und den manche Arbeitgeber freiwillig aufbringen, auszahlen lassen. Das Obligatorium, also den Pflichtbeitrag, erhalten Sie erst bei erreichen des Rentenalter erstattet.
Eine frühere Auszahlung ist nur möglich, wenn Sie drei Monate nach verlassen der Schweiz nicht sozialversicherungspflichtig Beschäftigt sind. Hier gilt das Stichtagsprinzip. Wer länger in der Schweiz als Grenzgänger tätig war sollte sich vor seiner Rückkehr nach Deutschland beraten lassen. Auskünfte zur Erstattung des Obligatoriums erteilt der Sicherheitsfonds BVG in Bern.

Steuern - ein notwendiges Übel
Steuern – ein notwendiges Übel

Zusätzlich können noch eine Nichtberufsunfallversicherung sowie eine Krankenhaustagegeldversicherung hinzukommen, die mit insgesamt etwa 2 Prozent zu Buche schlagen.

Der Lohn bzw. das Gehalt kann nach zwei verschiedenen Verfahren besteuert werden. Wenn Sie nachweisen, dass Sie Ihr Einkommen in Deutschland versteuern, zahlen Sie eine Quellensteuer in Höhe von 4,5 Prozent. Hierzu müssen Sie ein Formular, das Sie von Ihrem Schweizer Arbeitgeber erhalten, von Ihrem deutschen Wohnsitz-Finanzamt ausfüllen lassen.
Sofern Sie dieses Formular nicht vorlegen, werden Sie regulär, also wie die Einheimischen, besteuert. Hier gibt es erheblich Unterschiede zwischen den Kantonen, die Steuerlast ist aber insbesondere für unverheiratete Personen ohne Kind immer deutlich niedriger als in Deutschland. Auch die reguläre Einkommenssteuer wird als Quellensteuer erhoben und gleich von Ihrem Lohn abgezogen. Bei dieser Variante weiß das deutsche Finanzamt nicht, dass Sie Einkünfte in der Schweiz realisieren. Sie sind aber gesetzlich verpflichtet, am Jahresende eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Das Einkommen in der Schweiz wird dann in Deutschland nachversteuert, wobei die in der Schweiz angefallene Quellensteuer auf die deutsche Steuerschuld angerechnete wird.

Wie ist die Krankenversicherung geregelt?

Wenn Sie in der Schweiz arbeiten, müssen Sie krankenversichert sein. Als deutscher Grenzgänger können Sie entweder in Deutschland versichert bleiben oder eine Schweizer Krankenversicherung abschließen. Für Alleinstehende ist letzteres oftmals günstiger, wer einen Ehegatten und Kinder mitversichern muss, ist mit einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse besser bedient. Ihre Krankenkassenbeiträge müssen Sie in voller Höhe aus der eigenen Tasche bezahlen. Zuschüsse des Arbeitgebers, wie in Deutschland, gibt es in der Schweiz nur, wenn dies vertraglich explizit vereinbart worden ist.

Auch Grenzgänger sollten sich integrieren

Obwohl Grenzgänger in Deutschland wohnen arbeiten sie in der Regel mehr als 8 Stunden pro Tag in der Schweiz. Da sie sich in einem Arbeitsumfeld aufhalten, ist es besonders wichtig sich den Schweizer Normen und den Kniggen anzupassen, sonst kommt es schnell zu einem Fauxpas.
Was bei den Firmen auch sehr geschätzt ist, wenn die Mitarbeiter alle, zumindest Schweizerdeutsch verstehen, besser noch sprechen. Es gibt nichts mühsameres für eine Führungsperson eine Präsentation in der Schweiz auf Hochdeutsch zu halten. Da schaffen wir Abhilfe:

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Grenzgänger in der Schweiz

9 Gedanken zu „Grenzgänger in der Schweiz

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