Wer den roten Pass möchte, braucht einiges an Wissen und Geduld. Denn Schweizer werden kann nicht jeder. Kandidaten müssen dafür unter anderem den sogenannten Einbürgerungstest absolvieren und mit mindestens 60% richtigen Antworten bestehen. Doch damit nicht genug. Seit 2018 ist das neue Bürgerrechtsgesetz in Kraft, welches die Bedingungen für eine Einbürgerung verschärft.

 

Wer Schweizer werden will, muss einige Kurven nehmen. So wie bei der Passstrasse im Wallis

 

Die neuen Voraussetzungen für die Schweizer Einbürgerung

Um Schweizer zu werden, müssen Ausländer nachweisen können, dass sie sozial gut integriert sind, die Verhältnisse und Traditionen des Landes kennen, einen guten Leumund haben und für die innere oder äussere Sicherheit des Landes keine Gefahr darstellen.

Welche Aufenthaltsbewilligungen braucht es

Das neue Bürgerrechtsgesetz, in Kraft getreten am 1.1.2018, sieht einige markante Verschärfungen im Einbürgerungsverfahren vor. So müssen Bewerber bei der Gesuchstellung über eine Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) verfügen und seit mindestens 10 Jahren in der Schweiz wohnhaft sein. Personen, die zwischen ihrem 8. und 18. Lebensjahr in der Schweiz gelebt haben, werden diese Jahre doppelt angerechnet.

Aufenthaltsbewilligungen des Typs B und F sind vom Einbürgerungsverfahren neu ausgeschlossen. Das neue Gesetzt verlangt auch, dass die Kandidaten «am Wirtschaftsleben teilnehmen oder Bildung erwerben». Das heisst im Klartext, dass Sozialhilfeempfänger die Voraussetzungen für die Einbürgerung nicht mehr erfüllen. Das Gesetz geht soweit, dass drei Jahre vor Gesuchstellung keine Sozialhilfe bezogen worden sein darf.

Sprachkenntnisse sind ein Muss

Auch die Anforderungen an die Sprachkenntnisse sind verschärft worden. Neu braucht es ein Diplom des Levels A2 für schriftliche Kenntnisse und ein Diplom des Levels B1 für die mündlichen. Den Kantonen steht es zudem frei, noch strengere Anforderungen zu stellen. Von diesen Anforderungen nicht betroffen sind Personen, deren Muttersprache eine der Landessprachen ist. Sowie Personen, die eine mindestens fünfjährige Schul- oder Ausbildungszeit in italienischer, französischer oder deutscher Sprache absolviert haben.

Einbürgerungstest für alle, aber nicht für alle gleich

Nebst dem Beherrschen einer der Landessprachen braucht es ein fundiertes Wissen über die Schweiz, um Schweizer Bürger zu werden. Denn eingebürgerte Ausländer erhalten mit dem Schweizer Pass auch das Stimm- und Wahlrecht, und können so die Zukunft des Landes mitgestalten. Dieses Wissen wird in Form des sogenannten Einbürgerungstests geprüft, der je nach Gemeinde und Kanton variiert. Es gibt also keinen standardisierten Fragebogen für alle. Egal in welcher Gemeinde der Test aber abgelegt wird, Kandidaten müssen Bescheid wissen über Politik, Staatskunde, Geschichte, Geografie und die kulturellen Aspekte. So soll sichergestellt werden, dass sich die zukünftigen Schweizer gut integriert haben und mit den Gepflogenheiten des Landes vertraut sind. Je nach Gemeinde und Kanton umfasst der Test ca. 50 Fragen und wird in der jeweiligen Landessprache absolviert.

 

Die optimale Vorbereitung für den Test

Im Internet kursieren verschiedene Auszüge aus den kantonalen Tests, die den Kandidaten helfen, sich vorzubereiten. Das Beantworten möglichst vieler dieser Fragen ist empfehlenswert, um eine Idee zu erhalten, wie der effektive Einbürgerungstest abläuft. Praktisch ist auch die App «Einbürgerungstest Schweiz», die 230 Fragen enthält und beim Lernen unterstützt.

Testen Sie Ihr Wissen gleich hier anhand 5 Fragen aus den Einbürgerungstests der Kantone Bern, Aargau und Glarus.

Frage Antwort
Wie viele Unterschriften braucht es für eine Volksinitiative in der Schweiz auf Bundesebene?

 

100’000
Welcher Fluss entspringt in der Schweiz und fliesst ins Mittelmeer?

 

Rohne
Was bedeutet in der Schweiz das Wort «Röstigraben»? Kulturelle Grenze zwischen Deutsch- und Westschweiz
Welche beiden Kantone verbindet der Gotthardtunnel? Tessin und Uri
Wer wurde 1984 als erste Frau in den Bundesrat gewählt Elisabeth Kopp

 

Alle Einbürgerungstests im Internet:

 

Schweizerdeutsch als grosses Plus

Wer den Einbürgerungstest in der Deutschschweiz macht, muss über mündliche Deutschkenntnisse des Levels B2 verfügen. Für das persönliche Gespräch mit der zuständigen Kommission ist es zusätzlich nützlich, Schweizerdeutsch wenigstens ein bisschen zu verstehen oder sogar zu sprechen. Ein online Sprachkurs ist die ideale Art, um bereits nach 4 Wochen Schweizerdeutsch zu sprechen und bei den Behörden zusätzlich zu punkten. Wer es lieber klassisch mag, der kann sich mittels dem Buch «Schweizerdeutsch in 30 Tagen» mit dem Dialekt vertraut machen.

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Verfahren und Dauer der Einbürgerung

Die Einbürgerung in die Schweiz ist ein 3-stufiges Verfahren. Kandidaten müssen sich um das Bürgerrecht der Eidgenossenschaft, des Kantons und der Gemeinde bewerben. Wobei die Bedingungen für das eidgenössische Bürgerrecht für alle gleich sind, es bei den Kantonen und Gemeinden aber Unterschiede im Verfahren gibt. Grundsätzlich wird zwischen der ordentlichen und der erleichterten Einbürgerung unterschieden. Die ordentliche Einbürgerung sieht folgendes Verfahren vor:

  • Das Gesuch muss je nach kantonaler Regelung beim Kanton oder bei der Gemeinde eingereicht werden. Die genaue Zuständigkeit der Behörde kann unter diesem Link eingesehen werden.
  • Nach Einreichung des Einbürgerungsgesuchs erfolgt ein persönliches Gespräch, das die Kandidaten über die weiteren Schritte informiert.
  • Das Verfahren ist je nach Wohngemeinde oder -kanton sehr unterschiedlich. Manche Gemeinden führen den schriftlichen oder mündlichen Einbürgerungstest durch, in anderen stimmt die Gemeindeversammlung darüber ab.
  • Auch die Dauer des Einbürgerungsverfahren variiert je nach Kanton stark. Es ist durchschnittlich von 2 Jahren auszugehen.

 

Wer Schweizer wird, kann die Politik aktiv mitbestimmen. Das Bundeshaus Bern

 

Was kostete es, Schweizer zu werden

Je nach Gemeinde und Kanton variieren die Kosten. Folgende Richtwerte gelten für eine ordentliche Einbürgerung:

Gemeinde CHF 500 bis 1‘000 pro Person
Kanton Bis zu CHF 2000 Franken pro Person
Bund
  • Ehepaar mit oder ohne minderjährige Kinder: CHF 150
  • Einzelperson mit oder ohne minderjährige Kinder CHF 100
  • Minderjährige Einzelperson CHF 50

 

Einbürgerung verweigert

Es gab in der Vergangenheit immer wieder Fälle abgelehnter Einbürgerungsgesuche, obwohl alle Voraussetzungen erfüllt waren und der Einbürgerungstest bestanden wurde. In solchen Fällen kann die betroffene Person beim Kanton Rekurs einreichen.

 

Ordentliche Einbürgerung

Gesuchsteller*In
  • Ausländer, die nicht mit einem Schweizer verheiratet sind
  • Ausländer, die mit einem Schweizer oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben
  • minderjährige oder volljährige Kinder von Eltern, die nicht das Schweizer Bürgerrecht haben
  • ausländische Familien
Wann kann das Gesuch zur Einbürgerung gestellt werden
  • Seit mindestens 10 Jahren wohnhaft in der Schweiz
  • Soziale und kulturelle Integration in der Schweiz
  • Beachtung der schweizerischen Rechtsordnung
  • Keine Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit der Schweiz
Wo ist das Gesuchsformular erhältlich Die zuständige kantonale Behörde erteile Auskunft.
Wo wird das Gesuch eingereicht Je nach kantonaler Regelung ist das Gesuch beim Kanton oder der Gemeine einzureichen. Auskunft erteilt die Wohngemeinde oder der kantonale Bürgerrechtsdienst
Muss nach der Einbürgerung Militärdienst geleistet werden Der Erwerb des Schweizer Bürgerrechts führt dazu, dass alle Rechte und Pflichten übernommen werden, dazu zählt auch die Militärdienstpflicht

 

Erleichterte Einbürgerung

Von der erleichterten Einbürgerung profitieren – unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen – vor allem ausländische Ehepartner von Schweizern und die Kinder eines schweizerischen Elternteils, welche das Schweizer Bürgerrecht noch nicht besitzen. 

Gesuchsteller Ausländer die mit einem Schweizer verheiratet sind:

  • 3 Jahre mit einem Schweizer verheiratet sein
  • Eine stabile Ehe führen
  • Insgesamt mindestens 5 Jahre in der Schweiz gewohnt haben
  • Seit 1 Jahr in der Schweiz wohnhaft

Für Ausländer, die ausserhalb der Schweiz wohnen:

  • 6 Jahre mit einem Schweizer verheiratet sein
  • Eine stabile Ehe führen
  • Enge Verbundenheit mit der Schweiz
  • Sinngemässe Eingliederung in Schweizer Verhältnisse, Beachtung der schweizerischen Rechtsordnung
  • Keine Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit der Schweiz
Wo ist das Gesuchsformular erhältlich Bei Wohnsitznahme in der Schweiz:

  • Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern (E-Mail).
  • Das Gesuchsformular wird per Post zugestellt.
  • Bei Wohnsitznahme im Ausland: Bei der zuständigen Schweizer Vertretung
Wo wird das Gesuch eingereicht
  • Bei Wohnsitz in der Schweiz beim Staatssekretariat für Migration
  • Bei Wohnsitz im Ausland bei der zuständigen schweizerischen Auslandvertretung

 

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