Der Schweizer Schriftsteller Franz Hohler hat mit seiner Kurzgeschichte „Ds Totemügerli – äs bärndütsches Gschichtli“ die wohl bekannteste und beste Geschichte in schweizerdeutschem Dialekt geschrieben, oder besser gesagt in berndeutschem Dialekt. Zumindest tönt es so, als wäre es Berndeutsch, doch in Wahrheit hat sich Hohler einen Spass daraus gemacht, Wörter die wie Berndeutsch klingen, zu erfinden und und in die Geschichte einzuarbeiten. Vielmehr handelt es sich beim Totemügerli um ein Beispiel eines Gromolo, einer Erzählung in einer Kunst- oder Phantasiesprache. Und so geht sie:

Franz Hohler, der Autor der berühmtestem berndeutschen Geschichte Ds Totemügerli

Ds Totemügerli

Gäuit, wemer da grad eso schön binanger sitze, hani däicht, chönntech vilicht es bärndütsches Gschichtli erzelle. Es isch zwar es bsungers uganteligs Gschichtli, wo aber no gar nid eso lang im Mittlere Schättegibeleggtäli passiert isch.

Der Schöppelimunggi u der Houderebäseler si einischt schpät am Abe, wo scho der Schibützu durs Gochlimoos pfoderet het, über s Batzmättere Heigisch im Erpfetli zueglüffe u hei nang na gschtigelet u gschigöggelet, das me z Gotts Bäri hätt chönne meine, si sige nanger scheich.

«Na ei so schlöözige Blotzbänggu am Fläre, u i verminggle der s Bätzi, dass d Oschterpföteler ghörsch zawanggle!»

«Drby wärsch froh, hättsch en einzige nuesige Schiggeler uf em Lugipfupf!»

U so isch das hin u härgange wie nes Färegschäderli amene Milchgröözi, da seit plötzlech Houderebäseler zu Schöppelimunggi:

«Schtill! Was ziberlet dert näbem Tobelöhli z grachtige n uuf u aab?»

Schöppelirnunggi het gschläfzet wie ne Gitzeler u hets du o gseh. Es Totemügerli! U nid numen eis, nei, zwöi, drü, vier, füüf, es ganzes Schoossinjong voll si da desumegschläberlet u hei zängpinggerlet u globofzgerlet u gschanghangizigerlifisionööggelet, das es eim richtig agschnäggelet het.

Schöppelimunggi u Houderebäseler hei nang nume zuegmutzet u hei ganz hingerbyggelig wöllen abschöberle. Aber chuum hei si der Awang ytröölet, gröözet es Totemügerli:

« Heee, dir zweee! »
U denen ischs i d Chnöde glöötet wie

bschüttigs Chrüzimääl dure Chätschäbertrog. Düpfelig u gnütelig si si blybe schtah wie zwöi gripseti Mischtschwibeli, u scho isch das Totemügerli was tschigerlisch was pfigerlisch binene zueche gsi. Äs het se zersch es Rüngli chyblig u gschiferlig aagnöttelet u het se de möögglige gfraget:

«Chöit dir is hälfe, ds Blindeli der Schtotzgrotzen ueche z graagge?»

Wo der Schöppelimunggi das Wort «Blindeli» ghört het, het em fasch wölle ds Härzgätterli zum Hosegschingg uspföderle, aber der Houderebäseler het em zueggaschplet:

nid darf nei säge!»
U du si si halt mitgschnarpflet.

«Du weisch doch, das men imene Totemügerli

«Sooo, dir zweee!» het ds Totemügerli gseit, wo si zum Blindeli cho si, u die angere Totemügerli si ganz rüeiig daaggalzlet u hei numen ugschynig ychegschwärzelet.

Da hei die beide gwüsst, was es Scheieli Gschlychets ds Gloubige choschtet u hei das Blindeli aagroupet, der eint am Schörpfu, der anger a de Gängeretalpli.

Uuuh, isch das e botterepfloorigi Schtrüpfete gsi! Die zwee hei gschwouderet u ghetzpacheret, das si z näbis meh gwüsst hei, wo se der Gürchu zwurglet.

Daa, z eis Dapf, wo si scho halber der Schtotzgrotzen uecheghaschpaaperet si, faht sech das Blindeli afah ziirgge u bäärgglet mit schychem Schtimmli:
« Ooh, wie buuchet mi der Glutz! »

Jetz hets aber im Schöppelimunggi böös im Schyssächerli gguugget. Är het das Blindeli la glootsche u isch der Schtotzgrotz abdotzeret, wie wenn em der Hurligwaagg mit ein Flarzyse der Schtirps vermöcklet hätt.

«Häb dure, Münggu!» het ein der Houderebäseler na naagräätschet, u de het er nüt meh gwüsst.

Am angere Morge het ne ds Schtötzgrötzeler Eisi gfunge, chäfu u tunggig wien en Öiu, u es isch meh weder e Monet gange, bis er wider het chönne s Gräppli im Hotschmägeli bleike.

Totemügerli u Blindeli het er keis meh gseh sis Läbe lang, aber o der Schöppelimunggi isch vo da a verschwunde gsi.

S git Lüt, wo säge, dass sider am Schtotzgrotzen es Totemügerli meh desumeschirggelet.

Die Stadt Bern | Bildquelle: pixabay.com
Die Stadt Bern, Heimat von Franz Hohler

Ds Totemügerli gesprochen von Franz Hohler, im Video

War dir das zu kompliziert? Dann schau dir in Ruhe das Video an, in dem Franz Hohler selbst die unglaubliche Geschichte vom Totemügerli erzählt. Hier gehts zum Video. Viel Spass!

Richtiges Schweizerdeutsch lernen

Auch wenn die Geschichte einige echte berndeutschen Wörter enthält und definitiv wie Berndeutsch klingt, schlagen wir dir doch vor, richtiges Schweizerdeutsch zu lernen. Die Chance ist grösser, dass dich die Leute dann auch verstehen. Melde dich noch heute für unseren Online-Kurs an.

 

Ds Totemügerli von Franz Hohler

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