Zürich gilt als heimliche Hauptstadt der Schweiz. Aber was hat diese Stadt neben Banken und teuren Geschäften effektiv alles für Besucher zu bieten? Hier folgt das Wichtigste, das man über „Züri“ und seine Bewohner wissen sollte.

Am schnellsten geht’s im Tram

„De Schnäller isch de Gschwinder“ oder eben in Zürich geht alles etwas hektischer und schneller zu und her als in anderen Schweizer Städten. Darum steigt man am Bahnhof am besten in ein Tram ein (optimal ist die Nummer 11)

Seeufer am Zürichsee
Seeufer am Zürichsee

und fährt einmal die Flaniermeile, Bahnhofstrasse genannt, zum Zürisee hoch. So kommt man zügig am Rennweg, dem Paradeplatz, der Börse und am Bürkliplatz vorbei und bekommt gleich einmal einen ersten Eindruck, was die Stadt in ihrer wichtigsten Fußgängerzonen so alles zu bieten hat. Falls am Bürkliplatz gerade ein Gemüse- und Blumenmarkt oder ein Flohmarkt ist, sollte man unbedingt hier schon aussteigen und sich das Ganze „emol“ anschauen. So kann man vielleicht schon die ersten Kontakt knüpfen und ein Ohr voll kehliges „Züritüsch“ aufschnappen. Am Bellvueplatz, der nächsten Tramstation, empfiehlt sich dann definitiv auszusteigen und erst einmal zum Seeufer zu gehen. Hier setzt man sich am besten auf eines der vielen Bänkli, chillt e chli und lässt die Szenerie auf sich wirken. Danach geht es zu Fuß durch das Niederdorf wieder Richtung Bahnhof zurück. In den Gassen und Gässchen des Niederdorfs gibt es viele hübsche kleine Geschäfte zum „lädele, poschte und chröömle und heimeligi Restaurants zum iichere.“

Für de „Gluscht“ und den kleinen oder großen Hunger

Pralinen aus den Confiserie
Pralinen aus den Confiserie

Ist man nicht schon am Bellvue bei einer Bratwurscht im Sternen „verchoo“, so gibt es auf dem Weg zurück ans Central noch ganz viele andere Gelegenheiten, dem „chliine“ oder großen Hunger beizukommen: Züri Gschnätzlets mit Röschti oder Chuttle in der Öpfelchamere, Fondue oder Raclette, eine heisse Schoggi beim Schober, ein Bier in einer Bierhalle oder einfach ein Praliné oder Luxemburgerli aus einer der vielen feinen Confiserien im Niederdorf sind die kleinen oder großen Versuecherli. Das Ganze ist zwar nicht gerade billig, aber dafür sehr fein und lauschig.

Zürich im Überblick – von der Polyterrasse

ETH Zürich
ETH Zürich

Nach diesem Spaziergang durch das Niederdorf und den vielen verwinkelten „Plätzli und Gässli“ möchte man sich sicher wieder einmal einen guten Überblick über die Stadt verschaffen. Mit dem Polybähnli am Central geht das sehr bequem. Nach kurzer Fahrt gelangt man so zu den beiden Hochschulen von Zürich, der Uni und der ETH, liebevoll „Poly“ (Polytechnikum) genannt. Von der ETH-Terrasse herab kann man die ganze Stadt, die Limmat und den Zürisee bestens überblicken. Von hier aus sieht man den Stadtkern mit den gepflegten Altbauten sehr gut, aber auch die Hochbauten an der Peripherie. Der Blick wandert vom Zürcher Hausberg, dem Üetlieberg, über den glitzernden See bis an die Goldküste, wo die teuersten Wohnlagen sind. Ist das Wetter schön, sieht man bis in die Glaner Alpen. Wer Lust hat, fährt danach noch weiter mit dem Tram auf den Züriberg, wo die Bonzen wohnen und die wilden Tiere im Zoo. Wer es lieber authentischer mag, macht einen Abstecher in den Kreis Cheib.

Die neuen Quartiere in Zürich West

In der Gegend rund um den Limmatplatz – eben dem Chreis Cheib – sind in den letzten Jahren ganz neue Quartiere entstanden, die mit einer Mischung aus moderner Architektur und alten umfunktionierten Fabrikgebäuden auftrumpfen. Hier ist es, wo „Züri läbt“, man arbeitet und den „Uusgang“ genießt. Hier – wie im Niederdorf – ist auch das Nachtleben und „achtig“ auch die Langstrasse, „äxgüsi“ das horizontale Gewerbe.

Die Bewohner von Zürich

Die Metropole Zürich
Die Metropole Zürich

Zürich ist heute sicher multikulti. Aber es gibt den richtigen Zürcher auch noch, den mit der breiten „Zürischnurre, fadegrad“ und manchmal auch etwas „dure bei Rot“. Kurzum, der Typ ist eher frech und ungeduldig. Aber auch den ruhigen, etwas elitären von der Falkenstrasse, mit der alten Tante unter dem Arm – das ist nichts anderes als die Neue Zürcher Zeitung – trifft man noch. Er ist Banker, Jurist oder Geschäftsmann, immer fein gekleidet, mit Hemd, Krawatte und dezentem blauem oder grauem Anzug, „Schale“ genannt.

 

Wie informiert man sich, was gerade so läuft?

Ob Informationen zur Wirtschaft, zur Kultur oder Aktuelles aus der Politik und Klatsch und Tratsch, es lohnt sich eine Blick in die verschiedenen Zürcher Zeitungen zu werfen. Da ist die NZZ, der Tagi, das 20 Minuten oder der Blick am Abend- um nur ein paar zu nennen, und alle selbstverständlich im Print oder Online. Und „fröge choscht jo bekannlich nüt“, man kann sich bei den Informationscentern der SBB, der VBZ oder den Touristeninformationen auch gerne nach dem Angesagten erkundigen. Ein bisschen Geduld muss man dazu aber schon aufbringen und zum Anstehen ein „Zetteli“ ziehen.

Festivitäten und andere Hundsverlochete

Streetparade Zürich
Streetparade Zürich

Die Zürcher haben – wie kaum eine andere Schweizer Stadt – ihre ganz spezifischen Feste und Feiern rund ums Jahr: Im Frühling wird am Sächslilüüte der Böög verbrannt. Außerhalb von Zürich würde man diesen Anlass wohl als Frühlingsfest oder Bonzefasnacht bezeichnen. Dies, weil am Festumzug alle in Biedermeierkostümen und weißen Perücken herumlaufen und das Fest von den erlesenen Mitgliedern der Zürcher Zünfte geprägt wird – übrigens immer noch eine Männerbastion. Im Sommer wird mit der Streetparade dann ein Kontrapunkt gesetzt und im Herbst werden am Knabenschiessen Gott sei Dank keine Buben verschossen, sondern das ist eine Chilbi mit Schiesswettbewerb. Den gewinnen in den letzten Jahren übrigens fast immer die Meitli. Und in der Advents- und Weihnachtszeit ist die Beleuchtung an der Bahnhofstrasse allein eine Reise wert. Es gibt überall heiße Marroni zu kaufen und im Märlitram fahren das Christchindli und der Samichlaus. Ja und dazwischen gibt es jede Menge andere Anlässe, Parties, Füürwärch und Feten. Es ist fast immer öppis los.

Dazu haben wir auch einen einzelnen Artikel verfasst, denn du hier findest: Feiern in der Schweiz

Die richtige Integration geht nur über die Sprache

Gefällt Zürich und will man die Leute hier wirklich verstehen, führt kein Weg daran vorbei, sich mit den lokalen Gepflogenheiten und der Sprach auseinanderzusezten. Das ist mehr als ein Grüezi, hoi wie gohts oder ein zungenbrecheriches Chuchichästli. Das ist ein Eintauchen in die Lokalkultur mit Theater, Cabaret, Ausstellungen, Märkten, auf der „Gass sii, go iichere, abmache und debi sii.“ Dafür gibt es Lehrbücher, Führungen, Events, Selbsthilfegruppe und andere Treffen. Am aller besten vertraut mach sich aber einer spezialisierten Sprachschule an, wie zum Beispiel Schweizerdeutsch-lernen.ch. Das ebnet den Weg für lokale Bekanntschaften und hoffentlich bald Freundschaften. „Zäme go käffele, es Bierli neh oder es Cüpli, eis go habbere oder zäme chöchele,“ steht einem dann offen. Und wenn der Anschluss dann immer noch nicht gelungen ist, wird man am besten Mitglied ein einem oder zwei Vereinen. Dann geht’s wie „vo sälber.“

Top-Tipp Zürich

Du willst genauere Infos zu der Stadt Zürich, weil du dort hinziehst, längere Ferien machst oder einfach Bescheid wissen willst? Dann kann ich dir die Gebrauchsanweisung für Zürich empfehlen. Du findest sie HIER.

 

Die Stadt Zürich – Metropole der Schweiz!?