Niemand macht es gerne, trotzdem ist es nötig. Das Bezahlen der Steuern. Das schweizerische Steuersystem unterscheidet bei der Besteuerung von Personen zwischen Schweizer Staatsangehörigen und ausländischen Arbeitnehmern. Ausländer bezahlen die sogenannte Quellensteuer.

Das Bezahlen der Steuern tut jedem weh, ist aber nötig
Das Bezahlen der Steuern tut jedem weh, ist aber nötig

Für wen gilt die Quellensteuer

Die Quellensteuer ist eine Steuer, die direkt vom Einkommen abgezogen wird. Quellensteuerpflichtig sind ausländische Personen, die:

  • ihren steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz haben, aber die Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) noch nicht besitzen

oder

  • keinen steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz für ihre Einkünfte (Grenzgänger, Wochenaufenthalter, Referenten, Sportler, Künstler etc.) haben.

Ausländische Personen mit Ausweis C deklarieren ihr Einkommen und Vermögen mit der normalen Steuererklärung, analog einem Schweizer Bürger.

Mit der monatlichen Zahlung der Quellensteuer stellt der Schweizer Staat sicher, dass ausländische Arbeitnehmer nicht in ihr Heimatland zurückkehren, ohne zuvor ihre Steuern in der Schweiz gezahlt zu haben.

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Was wird besteuert

Die Quellensteuer wird vom Bruttogehalt inklusive aller Zulagen (Kinder-, Essens-, Wegzulagen) und Pauschalspesen berechnet.

Die Berechnung erfolgt nach dem Wohnort, nicht nach dem Arbeitsort. Ausser bei deutschen Grenzgängern. Dort gilt das Arbeitsortprinzip. Der Schweiz steht ein prozentualer Quellensteuerabzug von 4,5 Prozent der Bruttoeinkünfte zu. Die in der Schweiz erhobene Grenzgänger-Steuer von 4,5 Prozent wird vom deutschen Finanzamt angerechnet.

Die Rolle des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber ist für die Anmeldung des ausländischen Arbeitnehmers bei der Steuerverwaltung verantwortlich
Der Arbeitgeber ist für die Anmeldung des ausländischen Arbeitnehmers bei der Steuerverwaltung verantwortlich

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, dem ausländischen Arbeitnehmer die geschuldete Steuer vom Lohn abzuziehen und der kantonalen Steuerbehörde abzuliefern. Er haftet für die Entrichtung der Quellensteuer.

Wie viel Quellensteuer bezahle ich?

Die Quellensteuertarife sind kantonal unterschiedlich. Die Steuertarife können bei der jeweiligen kantonalen Steuerverwaltung angefragt werden. Die Liste mit den Kantonalen Steuerverwaltungen/Verwaltungen hilft da weiter.

Auch der sogenannte Quellensteuerrechner von Comparis ist ein gutes Tool, um die Höhe seiner Quellensteuer zu berechnen.

Für ausländische Arbeitnehmer mit einem Bruttolohn über 120’000 Franken im Jahr gilt eine Spezialregelung. In diesem Fall zahlen sie zuerst die Quellensteuer, müssen jedoch einmal jährlich die ordentliche Steuererklärung ausfüllen. Die zuvor bezahlten Quellensteuern werden dabei angerechnet.

Die Höhe der Quellensteuer hängt vom Wohnort rsp. des jeweiligen Kantons ab
Die Höhe der Quellensteuer hängt vom Wohnort rsp. des jeweiligen Kantons ab

Das sind die Tarife

Je nach Lebenssituation kommen andere Tarife zur Berechnung der Quellensteuer Anwendung. Die wichtigsten Tarife sind:

Tarif A
Für alleinstehende Steuerpflichtige (ledige, tatsächlich oder rechtlich getrennt lebende, geschiedene und verwitwete Steuerpflichtige) ohne Kinder.

Tarif B
Für verheiratete – in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebende – Alleinverdiener. Dieser Tarif ist in verschiedene Kolonnen unterteilt («ohne Kinder», «mit 1 Kind», «mit 2 Kindern» usw.).

Tarif C
Für verheiratete Steuerpflichtige, die beide erwerbstätig sind (Doppelverdiener); auch dieser Tarif ist in verschiedene Kolonnen unterteilt («ohne Kinder», «mit 1 Kind», «mit 2 Kindern» usw.).

Tarif H
Für alleinerziehende Steuerpflichtige (ledige, tatsächlich oder gerichtlich getrennt lebende, geschiedene und verwitwete Steuerpflichtige) mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen Personen.

Es gibt weitere Tarife, zum Beispiel für Nebenerwerbstätige und Grenzgänger. Auch diese Tarife variieren pro Kanton.

Kanton Tarife 2019
Aargau Link zur Webseite
Appenzell A.O. Link zur Webseite
Appenzell I.O. Link zur Webseite
Basel Land Link zur Webseite
Basel Stadt Link zur Webseite
Bern Link zur Webseite
Glarus Link zur Webseite
Graubünden Link zur Webseite
Luzern Link zur Webseite
Nidwalden Link zur Webseite
Obwalden Link zur Webseite
Schaffhausen Link zur Webseite
Solothurn Link zur Webseite
St. Gallen Link zur Webseite
Schwyz Link zur Webseite
Thurgau (Tarife 2017, 2019 nicht online) Link zur Webseite
Uri Link zur Webseite
Zug Link zur Webseite
Zürich Link zur Webseite

Können bei der Quellensteuer Abzüge geltend gemacht werden?

In gewissen Kantonen können Abzüge geltend gemacht werden, wie z.B. Weiterbildungskosten
In gewissen Kantonen können Abzüge geltend gemacht werden, wie z.B. Weiterbildungskosten

Jeder Quellensteuerpflichtige hat die Möglichkeit eine sogenannte Korrekturberechnung einzureichen und entsprechende Abzüge geltend zu machen. Allerdings variieren diese Abzugsmöglichkeiten von Kanton zu Kanton. In der Regel können Schuldzinsen, Einkäufe in die Pensionskasse, Weiterbildungskosten, Kinderbetreuungskosten sowie Beiträge für die Säule 3a abgezogen werden. Bevor eine Korrekturberechnung eingereicht wird, unbedingt vorgängig mit dem kantonalen Steueramt prüfen, welche Abzüge akzeptiert werden.

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