Das Schwingen in der Schweiz

Traditioneller Schweizer Sport – Schwingen

Das Schwingen in der „Schwiiz“ wird auch als Hosenlupf bezeichnet. Es ist dies eine besondere Variante der bekannten Sportart „Ringen“ und eine weitere Besonderheit dieses außergewöhnlichen Sports ist, dass er ausschließlich auf Sägemehl, oder besser gesagt, dessen Spänen ausgeübt wird. Manche mögen das auch ganz schön „bäumig“ finden. Das Schwingen ist ein traditionsreicher Wettkampf, und heisst nicht umsonst auch Kampf der Kolosse. Wer bei dem Eidgenössischen Schwingfest gewinnt, darf einen ganz besonderen Titel tragen: Er darf sich König nennen. Schwingen ist ein wirklich spektakulärer Sport und kann ganz schon auf die Hüften schlagen. So richtig „gluschtig“ wird man auf den ersten Blick nicht bei diesem Sport. Aber es hat durchaus Tradition in der Schweiz, sich auf diese Weise zu messen. Hosenlupfen kommt daher, dass man sich auch früher sehr heftig an der Hose gepackt hat und so versucht hat, den Gegner auszuschalten, bis dieser gesagt hat: Das löscht mir ab! 

Mehr über das Eidgenössische Schwingfest

Das Eidgenössische Schwingfest kann einem waschechten „Schwiizer“ schon sehr gefallen, und es hat einige Parallelen zum spanischen Stierkampf, auch wenn es hier nicht so wild zugeht. Das Eidgenössische Schwingfest ist „ennig u schön“ und wird immer wieder alle 3 Jahre zelebriert. Viele, neugierige Besucher lockt das Schwingfest an, und das nächste Event, auf dem geschwungen wird, findet erst wieder 2019 statt, das heisst, als Schwiizer, (oder Nicht-Schwiizer, der es noch nie gesehen hat, es isch wirkli sehenswert) kann man sich schon wieder sehr darauf freuen. 

Die Ausrüstung der Kämpfer und Athleten

Die Kämpfer beim Eidgenössischen Schwingfest tragen Zwilchhosen, und diese Zwilchhosen müssen eigens hergestellt werden. Zwilch ist ein robuster und starker Stoff aus Baumwolle, der sehr saugstark ist. In der Wäscheausstattung einer Grossmutter durfte dieser Stoff niemals fehlen. Für die Zwilchhosen in der Schwiiz muss der Zwilch importiert werden, weil nicht mehr so viel an diesem Stoff vorhanden ist. Der Stoff wird eigens und speziell gefertigt, und nur noch an drei oder vier Orten in der Schweiz gibt es ihn zu kaufen. Zwilchhosen sind hell- und dunkelbraun und können das Schwiizer Wappen aufweisen. Diese Hosen sind auch sehr breit, sodass sie die Kämpfer überall anfassen können. 

Die Regeln und der Ablauf des Eidgenössischen Schwingfestes

Hilfsmittel sind sonst keine erlaubt. Nur mit den bloßen Händen dürfen die Schwiizer Athleten (übrigens wuchtige Kerle) versuchen, den anderen auf den Rücken zu drehen. Und wenn der umfassend ausgestattete Kerl dann in den Ring „gaht“, fliegen ihm die Sympathien schon zu. 105 Kilogramm Gewicht sind das Durchschnittsgewicht der Kämpfer, und sie treten mit ihren muskulösen Schultern und Armen gegeneinander an. Es ist das Eidgenössische Schwingfest kein Anlass, wo man eben einfach so sagt: „Du gasch a jede Hundsverlochete!“. Das Schwingfest ist ein Event mit internationalem Ruf, 53.000 Besucher und Besucherinnen sind es jedes Mal auf dem Fest. Schwingen und ringen, das will ein jeder Schwiizer sehen. 
In sieben Duellen treten die Athleten gegeneinander an, und wer alle sieben Runden „überlebt“, ohne auf dem Rücken zu landen, und die höchste Punktzahl ergattert, auf den wartet das besondere Ereignis Numero 2.

Der finale Schlussgang

Das Eidgenössische Schwingfest

Der Schlussgang des Eidgenössischen Schwingerfestes ist der krönende Abschluss und findet immer an einem „Sunntig“ Nachmittag statt und der Kämpfer, der der Schlussgang gewinnt, der „derf“ sich dann König nennen. Aber nicht nur für eine Saison oder bis das nächste „schönä“ Schwingfest stattgefunden hat. Nein, der Königtitel, dieser gilt lebenslang. Ein Schlussgang wird natürlich mit noch einmal so viel Aufmerksamkeit verfolgt wie die Vorrunden, und das ist auch wirklich wichtig, weil viel mehr Leute zuschauen kommen, um die tapferen Kämpfer bei ihrem Endkampf zu erleben. Vielleicht wird ja auch ein wenig mehr Sägemehl gestreut, wer weiss das schon.

Der glorreiche Preis

Der Endpreis für den Sieger des Eidgenössischen Schwingfestes ist kein Pokal oder irgendetwas Ähnliches. Nein, es handelt sich um einen lebenden Stier. Der letzte Stier, der an den Schwingerkönig ging, war „Mazot de Cremo“, und war 18.000 Euro wert. Der Sieger hat ihn behalten und ist in die Zucht gegangen, was ihm viel gebracht hat. Reich mit dem Schwingfest an sich, wird man in der Schwiiz vielleicht nicht, aber zu etwas „Gäut“ kann man es durchaus schon bringen. Mit einem „schönä“ Werbevertrag ist da schon einiges drinnen, was man dann wieder herausholen kann.

Ein Schwingfest ist in der Schwiiz also sehr traditionell geprägt, und gerade diese Traditionen sind wieder im Aufkommen. Die Kämpfer, die beim Schwingfest auftreten, sind keine „Gloons“. Sie sind hochgeschätzt und werden auch verehrt. Wenn du noch mehr über das Eidgenössische Schwingfest und weitere schöne Traditionen in der Schweiz wissen willst (z.B. das Zürcher Knabenschiessen), schau dir doch unserer weiteres Angebot von Schweizerdeutsch-lernen.ch an, du kannst auch einen Schweizerdeutsch Kurs absolvieren, der inzwischen schon wirklich sehr viele Fans hat und äusserst beliebt ist, besonders ausserhalb, in Österreich und Deutschland und auch Italien. Klick dich durch unser Angebot und schau, ob der Kurs auch dich begeistern kann. 

Hier findest du noch unsere Liste mit verwendeten Schweizerdeutschen Wörtern in diesem Text, viel Spass beim Lernen.

Vokabular-Liste:

Schweizerdeutsch Hochdeutsch
1 Schwiiz Schweiz
2 Bäumig ausgezeichnet, vorzüglich, toll
3 Gluschtig den Appetit anregen
4 Ennig u schön innig und schön
5 Gaht geht
6 Du gasch a jede Hundsverlochete! Du geht’s an jedes Fest/Feier.
7 Sunntig Sonntag
8 Derf darf
9 Gäut Geld
10 Schönä schöner
11 Gloons Clowns

 

Das Eidgenössische Schwingfest

3 Gedanken zu „Das Eidgenössische Schwingfest

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