Das Schöne an der Schweiz ist ihre Vielfältigkeit aufgrund der verschiedenen Sprachregionen. Gerne in Vergessenheit gerät dabei die räteromanische Schweiz. Kein Wunder, macht die Region in Graubünden weniger als 1% der Schweizer Gesamtbevölkerung aus. Doch aus Graubünden kommt ein urchiger und super schöner Brauch, der sogenannte Chalandamarz.

 

Chalanda März ist DER Brauchtum der räterromanischen Schweiz. Quelle: www.alpenjuwele.info
Chalanda März ist DER Brauchtum der räterromanischen Schweiz. Quelle: www.alpenjuwele.info

 

Mit Kuhglocken gegen den Winter

Chalandamarz ist ein räteromanischer Brauch. um das Ende des Winters einzuläuten.

Chalandamarz“ bezeichnet in der rätoromanischen Sprache denn auch den Beginn des Monats März. Wenn die Bündner nach vielen Monaten Kälte, Schnee und Eis genug vom Winter haben, dann holen sie die Kuhglocken und die Geissenschellen aus dem Stall hervor, um den Winter zu vertreiben und auszuläuten.

 

 

Wenn die Engadiner genug haben vom Winter, holen sie die Glocken hervor. Quelle: www.graubuenden.ch
Wenn die Engadiner genug haben vom Winter, holen sie die Glocken hervor. Quelle: www.graubuenden.ch

Chalandamarz finanziert die Schulerreise

Wie schon ihre Vor- und Vorvorfahren ziehen am 1. März die Buben des Dorfes von Haus zu Haus, um mit Glockengeläut und Peitschenknallen dem Winter den Garaus zu machen. Damit der lang ersehnte Frühling bald auch den letzten Resten Schnee zum Schmelzen bringen wird.  Der Chalandamarz hat auch für die Schulkinder einen schönen Nebeneffekt. Denn wenn die Buben mit lautem Getöse durch die Dörfer streifen, spendet jeder Haushalt einen Batzen für die Schulreisekasse. Extra zu diesem Fest werden «chastognas cun latmilch» – an Kastanien mit Schlagrahm – zubereitet. Eine solche Stärkung haben sich die Buben nach dem Läuten der schweren Glocken redlich verdient.

 

Chalandamarz wurde dank dem Schellenursli populär

Ursprung findet der Brauch Chalanda Marz in der Kindergeschichte Schellen Ursli
Bekannt wurde der Brauch Chalandamarz in der Kindergeschichte Schellenursli

Bekannt gemacht hat den Brauch das Kinderbuch „Schellenursli“ von Selina Chönz und Alois Carigiet.  In der Geschichte dreht sich alles um den Buben Ursli, der für den Chalandamarz nur ein kleines Glöckchen erhalten hat. Er wird von den anderen Buben im Dorf deswegen gehänselt und muss am folgenden Tag beim Umzug ganz am Ende mitlaufen. Doch da erinnert sich Ursli an die grosse Kuhglocke, die im Maiensäss seiner Familie hängt. Er macht sich auf den gefährlichen Weg durch den tiefen Schnee hinauf zur Hütte, um die Glocke zu holen. Als Ursli am nächsten Tag zu Hause mit der grossen Glocke aufkreuzt, darf er den Umzug sogar anführen.

 

Wo und wann findet der Chalandamarz statt

Der Brauch wird am Samstag, 1. März 2020 im Engadin, Münstertal und südtiroler Vinschgau, im Bergell, Puschlav, Misox, Oberhalbstein und Albulatal gefeiert. Seine Gestaltung ist von Dorf zu Dorf verschieden. Hier geht’s zur detaillierten Programmübersicht.

 

Dann doch lieber Schweizerdeutsch

Räteromanisch ist eine Mischung aus Italienisch und Latein und sehr schwer zu lernen. Noch viel schwerer als Schweizerdeutsch. Darum melde dich lieber für unseren Online-Kurs an.

 

 

Chalanda Marz oder das Ende des Winters im Engadin

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