Egal wo man hinfährt, sobald man in ein anderes Land oder nur schon in eine andere Stadt im eigenen Land fährt, überfallen einem die guten alten Klischees. Klischees sind omnipräsent. Jedes Land hat sie, und jeder Tourist kämpft im Ausland mit ihnen. Was ist dran an den Klischees von den „Schwiizern“? Wir haben nachgeforscht.

Für den Einbürgerungstest ist es gut die Schweizer Kultur zu kennen. | Bildquelle: pixabay.com
Über die Schweizer existieren zahlreiche Klischees, die garantiert nicht stimmen

Schweizer essen nur „Schoggi“ und „Chäs“

Es stimmt tatsächlich, dass Schokolade (in Schweizerdeutsch die „Schoggi“) einen sehr hohen Stellenwert geniesst. Auch die „Chäsproduktion“ floriert in der Schweiz. So wird die Hälfte der gewonnen „Miuch“ zu Käse verarbeitet. Das spiegelt sich dann auch in den Supermärkten wieder, wo die Regale für „Schoggi“ und „Chäs“ viel grösser sind als in anderen Ländern. Doch dass wir Schweizer und 7 Tage die Woche ausschliesslich von Käse und Schokolade ernähren, ist natürlich totaler Schwachsinn. Wäre das der Fall, würden wir die traurige Rangliste der dicksten Nationen der Welt unangefochten anführen. Gerade Käsespezialitäten wir Fondue und Racletten werden nur im Winter gegessen, und auch das höchsten zwei bis drei Mal pro Saison. Mit der Schokolade sieht es etwas anders aus, diese gehört wohl bei den meisten Schweizern zum must have im Kühlschrank.

In der Finanzbranche verdient man in der Schweiz am besten
In der Finanzbranche verdient man in der Schweiz am besten

Schweizer sind alle reich

Die Schweiz ist das Finanzzentrum der Welt und hat mit der Schweizer Bank UBS den weltweit grössten Vermögensverwalter im eigenen Land. Doch bloss, weil wir einen Grossteil des Vermögens anderer verwalten, heisst das noch lange nicht, dass wir alle selbst Millionär sind. Klar verdient man in der Schweiz vergleichsweise „guät“. Doch hier sei auch erwähnt, dass die Lebenshaltungskosten um ein Vielfaches höher sind als in der EU zum Beispiel.

Kein Mensch versteht die Schweizer

Tatsächlich ist Schweizerdeutsch nicht ganz einfach zu lernen oder zu verstehen, und wir haben auch einige Dialekte, die es ganz besonders in sich haben. Doch viele deutsche Führungskräfte in Schweizer Firmen gehen mit gutem Beispiel voran, lernen „Schwiizerdütsch“ und bringen dies in „dr Arbeitsalltag ih“. Die Schweizer finden es nämlich sehr toll, wenn „Usländer“ sich Mühe geben und probieren unsere Dialekte zu beherrschen. Gerade für Deutsche aus dem südlichen Raum Deutschlands ist das Lernen von Schweizerdeutsch ziemlich einfach.

Das Schweizer Sackmesser ist gäbig
Das Schweizer Sackmesser ist gäbig

Schweizer haben immer ein Taschenmesser dabei

Genau, in der einen Hosentasche das Schweizer Taschenmesser und auf den Rücken geschnallt das Alphorn. Auch wenn wir zugegebenermassen stolz auf unser Victorinox sind (gegründet 1884), so besitzt nicht jeder eines, und schon gar nicht haben wir es immer dabei. Taschenmesser kommen dann zum Einsatz, wenn wir zum Beispiel «brötlä» gehen (im Wald grillen), wandern oder zelten. Ansonsten bleibt es schön brav in der Küchenschublade.

Schweizer verniedlichen jedes einzelne Wort

Es stimmt, dass der Diminuitiv im Schweizerdeutsch überdurchschnittlich oft angewendet wird. Aber es ist ein fataler Trugschluss zu glauben, dass man jedem Wort die Endung -li anhängen kann, und es dann korrektes Schweizerdeutsch ist. Denn in den meisten Fällen tönt es einfach nur nach Schweizerdeutsch, ist grammatikalisch aber falsch. Am meisten kommt -li bei Substantiven zur Anwendung. Aber Achtung, oft verändert sich dadurch auch die Bedeutung. Ein «Zältli» ist kein kleines Zelt, sondern ein Bonbon!

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5 schweizerische Klischees, die garantiert nicht stimmen!

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