10 super wichtige schweizerdeutsche Wörter

Schweizerdeutsch lernen ist schwierig, aber nicht unmöglich

Schweizerdeutsch zu sprechen hilft dir, dich besser einzuleben
Schweizerdeutsch zu sprechen hilft dir, dich besser einzuleben

In der Schweiz sprechen wir Schweizerdeutsch. Obwohl es aus dem Hochdeutschen kommt, ist es ein eigener Dialekt. Ein Deutscher aus Stuttgart mag uns noch verstehen, aber ein Deutscher aus Hamburg hat keine Chance. Obwohl seine Muttersprache Hochdeutsch ist. Wie schwierig muss es dann erst für einen Engländer, Franzosen oder Spanier sein überhaupt sein, uns zu verstehen?

Um sich so schnell wie möglich in einem neuen Land einzuleben, ist das Lernen der Landessprache ein sehr wichtiger Faktor. Auf diese Weise kommst du viel schneller mit den Einheimischen in Kontakt und verstehst auch besser, wie das Land und seine Menschen ticken. Es ist uns klar, dass Schweizerdeutsch nicht die am einfachsten zu erlernende Sprache ist. Es gibt unzählige verschiedene Dialekte, und was es noch schwieriger macht, ist, dass es sich nur um eine gesprochene Sprache handelt. Aber aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es durchaus möglich ist, zumindest ein wenig Schweizerdeutsch zu lernen.

Typische Schweiz – diese Ausdrücke sind so schweizerisch wie Willhelm Tell

Vielleicht kennst du schon ein paar schweizerdeutsche Ausdrücke. Egal, ob du gerade erst in der Schweiz angekommen bist oder schon einige Zeit hier wohnst. Wir haben für dich ein paar wichtige und urtypische schweizerdeutsche Wörter zusammengestellt, die du kennen solltest und die dir den Alltag erleichtern.

Znüni

Mit Znüni ist eine Art kleines Frühstück um 9 Uhr gemeint
Mit Znüni ist eine Art kleines Frühstück um 9 Uhr gemeint

Znüni ist eine Zwischenverpflegung, die man morgens um ca 9 Uhr isst. Nüni heisst ja nichts anderes als 9 Uhr. Eine Art zweites Frühstück. Es hat seinen Ursprung auf dem Bau, wo die Bauarbeiter früh mit der Arbeit beginnen und um 9 Uhr ein zweites mal hungrig sind. In den Büros wird um diese Zeit meist ein Kaffee mit den Kollegen getrunken und dazu ein Gipfeli gegessen.

En Guete

„En Guete“ wünscht man sich vor jedem Essen und entspricht dem Hochdeutschen „Mahlzeit“. Zu essen ohne zuerst allen am Tisch en guete zu wünschen, wird als sehr unhöflich erachtet.

Vor jedem Essen wünschen sich die Schweizer än Guete
Vor jedem Essen wünschen sich die Schweizer än Guete

Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass sich völlig Fremde in einem Restaurant gegenseitig „En Guete“ wünschen. Oder die Arbeitskollegen, wenn sie in die Mittagspause gehen und einander auf dem Flur oder im Lift begegnen.

Bünzli

Wer in einem niedlichen kleinen Haus mit weißem Gartenzaun, einem Gartenzwerg im Hof wohnt und immer genau um 18 Uhr zu Abend isst, wird in der Schweiz als „Bünzli“ bezeichnet: Dieses Wort beschreibt die Art von Person, die sich voll und ganz an die Regeln hält und dafür sorgt, dass alle anderen dasselbe tun.

Dein Arbeitskollege, der die Rechnung des Mittagessens immer auf den letzten Rappen genau aufteilt. Er ist ein Bünzli. Oder die Nachbarin, die ihre alten Zeitungen zu einem exakten Stapel schnürt. Sie ist auch ein Bünzli.

Gäbig

Ein Schweizer Universalwort. Es bedeutet praktisch, genau wie das Schweizer Armeemesser. Aber auch bequem. Und angenehm. Und in gewissen Teilen des Landes heisst es auch sehr freundlich und gesellig. All das. Mit einem Wort. Ein gäbiges Wort, dieses gäbig.

Das Schweizer Sackmesser ist gäbig
Das Schweizer Sackmesser ist gäbig

Imfall

In welchem Fall? Im Falle eines Falles? Nein, einfach so, für alle Fälle. Eine unverhohlen selbstgerechte Art, ein angemessenes Argument zu betonen. Nur so, für den Fall.

Kantönligeist

Der Kantönligeist repräsentiert den starken Wunsch der 26 Kantone nach Unabhängigkeit. Was für viele eine gewisse Engstirnigkeit bedeutet. Besonders negativ fällt der Kantönligeist in der Politik auf, denn die Kantone weigern sich oft, gegenüber dem Bund auch nur einen Zentimeter von ihrer Position abzuweichen, weil sie glauben, dass sie am besten wissen, was ihre Region braucht.

Die Kantone haben grosses Mitspracherecht in der Schweizer Politik
Die Kantone haben grosses Mitspracherecht in der Schweizer Politik

Dem Kantönligeist ist es zu verdanken, dass die Schweizer Kantone über ein eigenes Bildungssystem und eigene Steuersysteme verfügen. Es bedeutet auch, dass der Wechsel von einem Kanton in einen anderen ein administrativer Alptraum sein kann.

Chröömle

Sicherlich kennt man auch in anderen Ländern die Freude, eine Kleinigkeit für wenig Geld kaufen zu können – meist handelt es sich dabei um Süßigkeiten aus einem Kiosk. Aber nur die Schweizer haben dafür ein spezielles Verb: chröömle.

Verhebe

Das ist eine knifflige Angelegenheit. Denn dieses Verb existiert so auf Hochdeutsch nicht. Die Schweizer verwenden das Wort verhebe, um etwas zu beschreiben, das äußeren Faktoren oder Herausforderungen standhält. Es handelt sich um etwas Solides und Gutes.
In der Schweiz gibt es viele Beispiele für Dinge, die „verhebbet“. Das Schweizer System der Demokratie hat globalen Konflikten standgehalten, Bauten sind solide und überdauern Jahrhunderte, und selbst Parkbänke sind solide. Kurz gesagt: Es gibt den Schweizern einfach ein gutes Gefühl, wenn ihre Welt verhebet!

Büezer

Ein Büezer ist in den meisten Fällen ein Bauarbeiter
Ein Büezer ist in den meisten Fällen ein Bauarbeiter

Ein Büezer in der Schweiz ist ein Arbeiter, ein Bauarbeiter zum Beispiel. Jemand der körperlich hart arbeitet. Traditionell treffen sich die Büezer nach der Arbeit zu ihrem wohlverdienten Feierabendbier, dass sie am Stammtisch trinken. Der Stammtisch ist ein runder Tisch in einem Restaurant oder einer Bar, wo sich die gleichen Jungs fast jeden Tag treffen und ihr wohlverdientes Bier zusammen geniess.

Tüpflischiesser

Ein Tüpflischiesser ist ein Pedant, der keine Toleranz für Ungenauigkeiten oder Verspätungen hat. Alles muss einer Regel folgen. Oft finden sich Tüpflischiesser in Beamtenjobs, die darauf bestehen, dass ein Formular erneut ausgefüllt wird, weil es mit einem schwarzen anstatt mit einem blauen Stift ausgefüllt wurde, wie angegeben. Oder es könnte auch der Nachbar sein, der um 22:01 Uhr an deine Tür klopft um dich zu ermahnen, dass nach 22:00 Uhr nicht mehr laut Musik gehört werden darf.

Willst du noch mehr lernen?

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